Visbek - Das Unternehmen Agri Advanced Technologies (AAT) hat nun eine vollautomatische Maschine zur Geschlechtsbestimmung von Hühnerembryonen vorgestellt. Damit könnte das viel diskutierte Töten männlicher Küken bald ein Ende haben. Ein Ausstieg aus der bisherigen Praxis in Deutschland sei bis Ende 2021 möglich.
AAT ist Teil der EW Group und ein Spezialist für die Entwicklung spezieller Anwendungstechnologien im Bereich der Tierzucht und Tierhaltung. Nach jahrelanger, intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie unter Einsatz erheblicher finanzieller und personeller Ressourcen hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge den Durchbruch in der hyperspektralen Messtechnik erreicht. AAT sei das erste Unternehmen, das am Standort Deutschland in Kooperation mit deutschen Vermehrungsbrütereien die Geschlechtsbestimmung im Ei in einem Umfang ermögliche, der dem Durchsatz einer modernen Brüterei gerecht werde.
Kombination der Visbeker Technologie mit anderen Verfahren
„Mit unserer patentierten Technik können ab sofort alle für den deutschen Markt gebrüteten Braunleger ,in-ovo’ geschlechtsbestimmt werden. Das entspricht etwa 50 Prozent der für den deutschen Markt benötigten Küken“, zeigt sich Geschäftsführer Jörg Hurlin begeistert. „Durch die Kombination unserer Technologie mit anderen Verfahren ist der Ausstieg aus dem Kükentöten in Deutschland bis Ende 2021 möglich.“
Die hyperspektrale Messtechnik biete folgende Vorteile: Die Bestimmung des Geschlechts sei mit hoher Genauigkeit (zurzeit: größer als 95 %) voll automatisierbar, pro Stunde und Maschine könnten mehr als 20 000 Eier geprüft werden. Dem Ei müsse kein Material entnommen werden. Damit bestehe weder ein Kontaminationsrisiko noch eine Verletzungsgefahr für den Embryo. Zudem müssten bei der hyperspektralen Messtechnik keine Chemikalien eingesetzt werden, was das Verfahren auch besonders umweltfreundlich mache.
Brückentechnologie macht Ausstieg aus Kükentöten möglich
Für Braunleger sei die effektive Technologie nun zügig flächendeckend verfügbar. „Wie alle Verfahren, mit denen die Geschlechtsbestimmung im Ei zwischen dem 7. und 15. Bebrütungstag erfolgt, verstehen wir unser Verfahren als Brückentechnologie, die den aktuell gewünschten schnellen Ausstieg aus dem Kükentöten möglich macht“, so Hurlin.
Da sämtliche Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zu höheren Endverbraucherpreisen führen würden, brauche es nun einen engen Schulterschluss zwischen Politik, Handel und Geflügelwirtschaft, um das Ende des Kükentötens in Deutschland bis Ende 2021 zu erreichen, meint Hurlin.
