Kreis Vechta - Auch wenn die öffentliche Diskussion bisweilen einen anderen Eindruck erweckt: Inklusion geht nicht nur Schulen oder Kindergärten etwas an. Alle Bürger sind gefragt, um Menschen mit Behinderungen sowie Flüchtlingen oder Senioren Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. „Wir als Andreaswerk können Brücken bauen“, sagte Matthias Warnking, Geschäftsführer der Einrichtung der Behindertenhilfe, „aber wir benötigen Brückenköpfe vor Ort.“

Daher hatte das Andreaswerk am Sonnabend, 26. September, Vertreter aus Politik, Kirchen, Vereinen und Betroffene zu einem Teilhabetag eingeladen. Vorhandenes sollte vernetzt, neue Ideen sollten angestoßen werden.

Inklusion könne nur umgesetzt werden, wenn jeder etwas dafür tue, bekräftigte Referent Stefan Goethling. Doch dazu müssten die Menschen aufeinander zugehen. „Die größten Barrieren haben wir in den Köpfen“, mahnte der Geschäftsführer des Vereins „Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland“. „Wenn wir die abbauen, fallen viele andere von allein.“

Wie Inklusion vor Ort aussehen kann, zeigen Teilhabekreise in Lohne, Steinfeld und Holdorf. „Sie gestalten die politischen Bedingungen vor Ort so, dass die Belange Behinderter gesehen und ernst genommen werden“, so Andreas Trottnow. Als Referent für bürgerschaftliches Engagement nimmt er an den Sitzungen entsprechender Gremien vor Ort teil. Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug zog für seine Gemeinde ein positives Fazit. Der 2011 gegründete Teilhabekreis habe ein Bewusstsein dafür geschaffen, Inklusion als Thema verstärkt in die Gesellschaft zu tragen.