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Nachlese Ein Gesetzter, eine Überraschung

Christoph Floren

Kreis Vechta - Wahlen haben ihre eigenen Gesetzte. Wo die Bürger im Kreis Vechta beim jüngsten Urnengang eine echte Wahl hatten, haben sie auch von diesem demokratischen Recht Gebrauch gemacht. Das beweist ein Blick auf die Ergebnisse.

Chancenlose Gegner

Mit 73,2 Prozent hat Steinfelds amtierende Bürgermeisterin Manuela Honkomp (parteilos) die Gegenkandidaten Norbert Kuprian (22,8 Prozent) und Franz Aßmann (4 Prozent) klar in ihre Schranken verwiesen. Sicher, die nach wie vor einzige Rathauschefin im Kreis Vechta hat sich letztlich auf dem Ticket der CDU durchgesetzt. Doch dies als einzige Begründung zu sehen, wäre zu einfach. Ihr Ergebnis drückt den Wunsch vieler Bürger nach Kontinuität in der Kommunalpolitik und eine Absage an Polemik aus.

Glücklos agierte Heinrich Moormann (parteilos), Honkomps bisheriger Amtskollege in Dinklage. Mit nur 30,3 Prozent hat er den 69,7 Prozent seines Herausforderers Frank Bittner praktisch nichts entgegen zu setzen. Er muss sein Büro im Rathaus bis November räumen. Dann ist Bittner an der Reihe, den ihm mit dem Segen der CDU und einer Wahlempfehlung der SPD erteilten Auftrag zu erledigen.

Eine klare Sache waren dagegen die beiden Urnengänge im Südkreis sowie der für den Landratsposten. Die Christdemokraten Gerd Muhle (Damme) und Ansgar Brockmann (Neuenkirchen-Vörden) hatten ebenso wie ihr Parteifreund Herbert Winkel als Bewerber um den Landratsposten keine Gegenkandidaten. Aber das war nicht ihre einzige Gemeinsamkeit. Alle drei genossen die Unterstützung der jeweiligen Oppositionsparteien und -Gruppen.

Votum ohne Alternativen

Dass es am Wahltag bei drei von fünf Urnengängen im Kreis Vechta nur jeweils einen Kandidaten und keine Herausforderer gab, spricht einerseits für die Reputation der angetretenen Bewerber. Die andere Seite der Medaille ist, dass der Begriff Opposition unter diesen Umständen vielleicht neu definiert werden muss. Dem Wähler personelle Alternativen zu bieten, ist sicher kein Nachteil. Auch da, wo die Dominanz einer Partei erdrückend erscheint.

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