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NWZonline.de Region Vechta

Eine Schneise der Verwüstung

10.07.2017

Oldenburger Münsterland Der Spuk dauerte nur wenige Minuten, doch der Schaden geht in die Millionen: Am Freitagabend hat ein Fallböe – also starke Abwinde – südlich von Wildeshausen eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Zwischen der Wildeshauser Bauerschaft Hanstedt und den Goldenstedter Bauerschaften Altona, Ellen­stedt und Einen kippten reihenweise Bäume um. Häuser und Scheunen wurden zum Teil völlig zerstört.

Auch in den Visbeker Ortsteilen Endel und Bonrechtern sowie in Emstek und den Cloppenburger Nordkreis-Ortschaften Neuscharrel, Neuvrees, Gehlenberg und Neulorup (siehe Bericht, Seite 31) hinterließen die Unwetter entwurzelte Bäume. Personen kamen aber auch hier glücklicherweise nicht zu Schaden.

Betroffen war auch die Bahnstrecke Oldenburg-Cloppenburg – der Zugverkehr kam zum Erliegen. Denn an der Strecke stürzten mehrere Bäume auf das Gleisbett. Mit Kettensägen räumten die Einsatzkräfte aus Emstek die Schienen. Zudem stellte die Nordwestbahn zwischenzeitlich die Verbindung zwischen Wildeshausen und Vechta ein.

In der Bauerschaft Altona ist der Schaden bei Martin und Petra Thöle groß. Eine 180 Jahre alte Eiche war aufs Dach ihres Wohnhauses gekracht, zwei weitere Eichen auf eine Scheune. Das Ehepaar erlebte die zerstörerisch starken Abwinde hautnah mit. „Es war kurz vor sieben. Wir wollten gerade mit dem Fahrrad los. Als ich merkte, dass ich zu wenig Luft auf dem Reifen hatte, sind wir noch einmal in die Scheune zurückgekehrt. Plötzlich regnete und hagelte es, heftiger Wind wirbelte um unser Grundstück. Deshalb sind wir in der Scheune geblieben“, erzählte Martin Thöle am Samstag, als er mit Nachbarn beobachtete, wie ein Schwerlastkran zwei Eichen von eben jener Scheune hob, in der sich das Ehepaar während des Tornados befunden hatte.

Petra und Martin Thöle blieben unverletzt. Auch andernorts gab es keine Verletzten. Für den 57-Jährigen steht fest. „Jetzt werden auch die anderen großen Bäume am Haus gefällt.“ Er zeigte eine mächtige Eiche vor seinem Schlafzimmer. „Wenn die umfällt und wir im Bett liegen, sind wir tot.“

In der benachbarten Bauerschaft Einen muss das Epizentrum des Unwetters gewesen sein. Mehrere Anwohner formulierten es am Samstag so. „Es sieht aus wie im Krieg.“ An der Einer Straße wurden mehrere Gebäude stark beschädigt. Eine Scheune, in der Maschinen und anderes Gerät standen, liegt in Trümmern. Die Kreisstraße zwischen Goldenstedt und Colnrade blieb am Samstag wegen der Aufräumarbeiten gesperrt. Die Feuerwehren aus Wildeshausen und Goldenstedt waren erneut im Einsatz.

Mit am schlimmsten traf es Landwirt Bernd Reinke. Ein Dutzend Eichen rund ums Haus waren umgekippt, mehrere davon auf sein Haus gestürzt. Es ist unbewohnbar. „Zum Glück war niemand im Haus“, sagte der 32-Jährige. Als der Tornado wütete, fuhr er mit seinem Mähdreher auf dem Acker und erntete Gerste. „Am Montag kommt der Gutachter. Dann muss entschieden werden, ob das Haus abgerissen wird“, sagte Reinke, während er mit Freunden und Bekannten auf den zersägten Eichenstämmen saß und eine Pause von den Aufräumarbeiten machte. In jedem Fall will er jetzt auch die restlichen zwölf Eichen nahe des Hauses fällen. Sicher ist sicher.


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Video unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-kreis 
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Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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