EMSTEK - Auf der Mitgliederversammlung der Züchter des Oldenburger Pferdes aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta am Donnerstag in Emstek hat Verbands-Geschäftsführer Heiner Kanowski den regionalen Züchtern ein Kompliment für ihre hervorragenden Zuchtleistungen überbracht. Der Dachverband Oldenburger Pferdezuchtverband habe ebenfalls von dieser positiven Entwicklung profitiert.

„7643 Züchter sind unter seinem Dach organisiert, 50 mehr als im Vorjahr. Ein sehr erfreuliches Ergebnis, das kein anderer Reitpferdezuchtverband – weder in Deutschland noch darüber hinaus – im vergangenen Jahr realisierte“, betonte Kanowski. Trotz der wirtschaftlich angespannten Situation konnte der Verein zur Absatzförderung des Oldenburger Pferdes einen Umsatz von rund elf Millionen Euro erzielen. Dies sei vor allem dem hervorragend verlaufenen Hengstmarkt im November 2011 sowie den exzellenten Verkäufen bei den drei Fohlenauktionen im Oldenburger Pferdezentrum in Vechta zu verdanken.

Auch bei den Elite-Fohlen waren die Umsätze außergewöhnlich hoch. 2011 wurde ein Gesamtumsatz von rund zwei Millionen Euro (1,3 Millionen in 2010) erzielt, was einen Durchschnittspreis von 11 640 Euro bedeutet.

Lebhaft diskutiert wurden die „Gedanken zur Weiterentwicklung der Oldenburger Pferdezucht“, die Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff vorstellte. Bessere Qualität in der Pferdezucht sei das einzige Mittel, um den Stellenwert der Oldenburger Pferde auch in Zukunft international aufrecht erhalten zu können, betonte der OL-Zuchtleiter. Zahlreiche Stuten würden aber der Zucht verloren gehen, da sie im Reit- und Springsport eingesetzt würden. Hier könne ein Embryonen-Transfer, wie er in vielen anderen Ländern bereits übliche Praxis sei, Abhilfe schaffen. Bei den Hengsten plädierte der Fachmann für eine Verschiebung der Körung vom Herbst auf das Frühjahr, so dass die wahre Qualität des noch jungen Pferdes besser beurteilt werden könne.

Auch sollten die angehenden Zuchthengste vor ihrem Deckeinsatz nicht nur einer einmaligen Sichtung unterzogen werden, sondern in einem 30-Tage-Test auf ihre Eignung geprüft werden. Außerdem ist sich Schulze-Schleppinghoff sicher, dass in der internationalen Pferdezucht die genomische Selektion, bei der das Erbgut der Zuchttieres analysiert wird, in Zukunft die bisherige Zuchtwertschätzung, die auf der Auswertung der Abstammungslinien beruht, ablösen wird.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden verdiente Züchter mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet.