Kreis Vechta - „Watthosen und Gummistiefel zusätzlich. Normale Lederstiefel weichen nach fünf Stunden im Wasser auf!“ Diese Anweisung hatte Vechtas Kreisfeuerwehrbereitschaftsführer Manfred Kathmann zum Packen an seine Leute ausgegeben. Mit 162 Einsatzkräften und komplett ausgerüsteten 34 Fahrzeugen sind die Helfer am Mittwochmorgen gegen 7.25 Uhr zum Hochwassereinsatz an die Elbe gestartet. Auf dem Hof der Feuerwehrtechnischen Zentrale verabschiedet haben sie der Erste Kreisrat Herbert Winkel und Kreisbrandmeister Matthias Trumme.
Erfahrene Einsatzkräfte
Viele der Kameraden sind „Wiederholungstäter“. Sie haben bereits beim Elbehochwasser 2002 oder bei der Oderflut 1997 Sandsäcke gefüllt oder Dämme gebaut. Für Kathmann ist es der vierte Einsatz dieser Art. Wie Winkel dankt er den Arbeitgebern der Ehrenamtlichen, die die Abkömmlichkeit ihrer Mitarbeiter ermöglichen.
Diesmal will Kathmann auf Nummer sicher gehen. Er hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Boot: 15 Helfer mit Rettungs-, Kranken-, Gerätewagen und einer Feldküche. Hinzu kommt Verpflegung für den Anreisetag. Vor Ort soll von Rotkreuzlern verarbeiteter Nachschub rollen.
Erste Anlaufstelle nach der Kolonnenfahrt ist gegen 12.30 Uhr ein Meldekopf im 2000 Einwohner-Ort Clenze, Kreis Lüchow-Dannenberg, für den Katastrophenalarm gilt. Von dort aus fährt der Bereitschaftsführer zur nächsten Technischen Einsatzleitung (TEL). Dort erfährt er, dass die Bereitschaft einen 4,2 Kilometer langen Deichabschnitt bei Garbow (Kreis Lüchow-Dannenberg) kontrollieren, sichern und von gefährlichem Treibgut säubern soll. Die Lage ist ernst: „Wenn dieser Deich, an dem sich bereits Sickerwasser zeigt bricht, säuft der Ort ab,“ so Kathmann im NWZ -Gespräch. Ursprünglich sollten die Feuerwehrleute aus dem Kreis Vechta die Cloppenburger Bereitschaft ablösen. Doch auch Gorleben als Ziel erscheint möglich. Daher steht auch nicht fest, wo die Einsatzkräfte für voraussichtlich drei bis vier Nächte unterkommen werden.
Kurzfristig entscheiden
Kurzfristige Entscheidungen bestimmen den Tagesablauf solcher Einsätze, weiß Kathmann. Dazu gehört auch ein Anruf am Dienstagabend, gegen 22 Uhr, die Vechtaer sollten bitte zwei Stunden früher als geplant eintreffen. Doch das ließ sich wegen des Alarmierungsvorlaufs nicht einrichten.
