Vechta - Die emeritierte Professorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Dr. Michiko Mae, hat den mit 10.000 Euro dotierten Höffmann-Wissenschaftspreis – den der Vechtaer Reiseunternehmer Hans Höffmann seit 2007 jährlich für außergewöhnliche Arbeit im Themenfeld „Interkulturelle Kompetenz“ stiftet – erhalten. Damit wurde sie unter anderem für ihre Forschung zur Gegenwartskultur und -gesellschaft in Japan und Deutschland ausgezeichnet. „Ihre herausragend sichtbaren Arbeiten erlauben einen genauen Blick auf beide Kulturen, die bis in der mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichneten Arbeit die jüngste Gegenwart hinein erschlossen werden“, so das Juryurteil.
Verständigung
Uni-Präsidentin Prof. Dr.in Verena Pietzner zeigte sich in ihrer Begrüßung erfreut darüber, dass nach der Corona-Pandemie nach 2020 wieder ein Höffmann-Wissenschaftspreis überreicht werden konnte. Mit der Preisträgerin werde „eine herausragende Wissenschaftlerin ausgezeichnet, die mit ihrer Forschung zur Gegenwartskultur und -gesellschaft in Japan und Deutschland zum interkulturellen Verständnis beider Länder beiträgt“.
In einem Grußwort verwies der Wissenschaftliche Leiter des Programms und Vorsitzenden der Jury, Professor Dr. Egon Spiegel, darauf, dass die Ausschreibung des Preises weltweit verlaufen sei. Er dankte den Jurymitgliedern für die Auswahl der Preisträgerin.
Konflikthaftigkeit
In ihrer Laudatio bezeichnete Prof. Dr.in Heidemarie Winkel von der Universität Bielefeld Michiko Mae als eine herausragende Preisträgerin, die das kulturelle Leben in Deutschland und Japan wissenschaftlich aufgearbeitet habe. „Denn Michiko Mae lehrt uns, die Konflikthaftigkeit sozio-politischer Wirklichkeit, die aus national-kulturellen Grenzziehungen resultiert, besser zu verstehen“, führte die Professorin aus. „Vor allem aber lehrt sie uns, die Pluralität sozio-kultureller Wirklichkeit als Element einer Vision von Gesellschaft zu sehen, die im Modus konstruktiver Koexistenz lebt und sich aus der Erfahrung von Offenheit und wechselseitiger Orientierung speist.“
Stellenwert
In ihrem Vortrag ging die Preisträgerin auf ihr Thema vom nationalen Kulturverständnis zur transkulturellen Partizipationsgesellschaft ein: Japan als Beispiel für eine Transkultur. „Vor allem bin ich beeindruckt davon, welchen Stellenwert die interkulturelle Kompetenz an der Uni Vechta hat“, sagt Prof. Michiko Mae, „Und dass man mit dem Höffmann-Wissenschaftspreis über die Hochschule hinaus einen wichtigen Beitrag leistet zur Förderung und Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit in diesem, für die globalisierte und digitalisierte Welt so wichtigen Themen- und Aufgabenfeld.“ Die Entscheidung der Jury, diesmal die Japan-Forschung zu berücksichtigen, habe sie besonders gefreut. „Ein wenig stolz“ sei sie gewesen, als sie auf der Homepage der Universität Vechta die Berichte über die bisherigen Preisverleihungen gesehen habe und nun selbst zu den Preisträgern gehöre.
