Kreis Vechta - Sechs Direktkandidaten wollen für den Wahlkreis 68 (Vechta) in den zukünftigen Niedersachsen-Landtag einziehen. In diesen Tagen setzen sie im Kampf um die Wählergunst zum Endspurt an.

Seinen Erfolg von 2008, als er 58,5 Prozent der Erststimmen (Zweitstimmen: 65,5 Prozent) errang, will der selbstständige Immobilienkaufmann Dr. Stephan Siemer (Vechta) wiederholen. Die positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung der heimischen Region will Siemer, der in verstärkten Anstrengungen für Bildung eine Antwort auf den Fachkräftemangel sieht, auch in der nächsten Legislaturperiode fördern.

Als Herausforderer des CDU-Platzhirschen schicken die Genossen Martin Fischer (Holdorf) ins Rennen. Er hat sich unter anderem wirtschaftlichen Erfolg verbunden mit sozialer Gerechtigkeit auf die SPD-Fahnen geschrieben. Der selbstständige Versicherungskaufmann Fischer tritt in die Fußstapfen der nach Osnabrück umgezogenen Sozialdemokratin Kristina Stuntebeck, die vor fünf Jahren 24 Prozent der Erststimmen errang, und der SPD 16,4 Prozent der Zweitstimmen sicherte.

Mit dem freien Architekten Jonannes Langfermann (Vechta), der Paul Lübbe (Langförden) beerbt hat, bietet auch die FDP einen neuen Mann auf. Langfermann der auch den Kreis- und den Stadtverband Vechta der Liberalen führt, setzt vorrangig Akzente in den Bereichen Familie, Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung.

Den Landeslistenplatz 24 bei Bündnis 90/Die Grünen hält der 26-jährige Jan Frederik Wienken (Vechta). Der Politik- und Soziologiestudent (Universität Göttingen) will unter anderem die Studiengebühren abschaffen und sieht in der Internetnutzung Chancen sowie zugleich auch Herausforderungen, die aufmerksam beobachtet und durch die Politik begleitet werden müssen. Auch für Wienken (2008: 2,9 Prozent Erst- und 3,9 Prozent Zweitstimmen) ist die Kandidatur nach 2008 der zweite Anlauf.

Als ehemaliger Berufsschullehrer legt Peter Parizsky (61), der seinen Hut für „Die Linke“ in den Ring wirft, einen Fokus seiner Arbeit auf die Bildungspolitik. Zudem engagiert sich Parizsky für die Aufhebung der derzeitigen Abschiebepraxis bei Asylanten und fordert mehr Einsatz im Kampf gegen Rechtsextremismus. Beim vergangenen Urnengang konnte der Lembrucher drei Prozent der Erststimmen für sich und 3,1 Prozent der Zweitstimmen für seine Partei verbuchen.

Die Bewerberriege komplettiert Heinrich Luhr (Steinfeld) als Vertreter der „Freien Wähler“. Der Diplom-Elektroingenieur (59) hat sich etwa eine „bürgernahe Politik“ sowie „die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen“ auf die Fahnen geschrieben. Bislang war er vor allem kommunalpolitisch und im Kreistag Vechta aktiv. Für Luhr ist es die erste Landtagskandidatur.

  In lockerer Atmosphäre feiern oder ihre Ergebnisse analysieren, das wollen CDU, SPD und FDP bei Wahlpartys am Sonntagabend ab 18 Uhr. Während sich die LandkreisChristdemokraten in der Gaststätte „Markt 4“ (Vechta) treffen, laden die Genossen ins Gasthaus „Frilling“ (Handorf-Langenberg) ein. Die Liberalen werden in der Vechtaer „Elmendorffburg“ anstoßen – oder weinen.