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NWZonline.de Region Vechta

Vater wollte seine Familie nicht verbrennen

03.03.2017

Neuenkirchen-Vörden Die ursprünglichen Vorwürfe konnten kaum heftiger sein. Ein Familienvater aus Neuenkirchen-Vörden sollte versucht haben, seine Ehefrau, seine Tochter und seine drei kleinen Enkelkinder zu verbrennen. Doch dieses Horrorszenario hielt vor Gericht nicht stand. Die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes verurteilte den 59-jährigen Angeklagten am Donnerstag lediglich wegen Sachbeschädigung zu einer Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren.

Im Verfahren ging es letztlich um eine Beziehungstat. Die Ehefrau hatte sich von dem Angeklagten getrennt und war zu der gemeinsamen Tochter, die drei kleine Kinder hat, gezogen. Am 24. Mai 2016 hatte der Angeklagte aus Wut über die Trennung Brandbeschleuniger vor der Eingangstür der Wohnung und vor dem Kinderzimmerfenster vergossen und angezündet. Die Kinder, darunter ein acht Monate altes Baby, schliefen zur Tatzeit in dem Zimmer. Das gelegte Feuer erlosch nach kurzer Zeit von selbst, niemand kam zu schaden.

Die Anklage ging ursprünglich davon aus, dass alle Personen verbrennen sollten. Sie stützte sich unter anderem auf ein Telefongespräch, in dem der 59-Jährige gedroht haben soll, dass „alle verbrennen“ würden. Doch das angeklagte versuchte Tötungsdelikt war im Prozess schnell vom Tisch. Eine Tötungsabsicht konnte nicht festgestellt werden. Der Angeklagte ließ durch seinen Anwalt erklären, er habe nur etwas kokeln wollen, um seiner Familie Angst zu machen und seine Ehefrau zur Rückkehr zu bewegen. Schlussendlich blieb es bei einer Sachbeschädigung an Tür und Fenster.

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