KREIS VECHTA - Einen vom „Jugendhilfeverein im Kreis Vechta“ in Kooperation mit Bethel und dem Schulverbund Freistatt angebotenen „Anti-Aggressivitäts-Trainingskursus“ (AAT) haben sieben Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Kreis Vechta absolviert. Bei den Teilnehmern des über sieben Monate laufenden Seminars in der Janusz-Korczak-Schule hatte sich zuvor eine massive Gewaltproblematik gezeigt.
Durch richterlichen Beschluss waren die straffällig Gewordenen zu diesem Seminar angehalten. Ein Abbruch oder die Teilnahmeverweigerung hätten einen sofortigen Haft- oder Arrestantritt bedeutet. Im Kursus wurden die jungen Menschen durch „konfrontative Pädagogik“ und das Erlernen von Deeskalationstechniken befähigt, zukünftig ein gewaltfreies Leben zu führen.
Individuelle Betreuung
Als Cheftrainer fungierten Torsten Schumacher und Andreas Hönig. Unterstützung erfuhr das Duo etwa durch Kampfsportler. Gemeinsam nahmen sie durch einen individuell abgestimmten Betreuungseinsatz Einfluss auf die Gewalttäter.
Vera Hüninghake, Bewährungshelferin und Vorstandsmitglied des „Jugendhilfevereins“ sieht im Darstellen und Erleben der Opferperspektive, wie es die „AAT“-Absolventen durchspielten, und in einer systematischen Desensibilisierung eine präventive Wirkung. So zeigen die Trainer Fehlverhalten deutlich auf, damit die Betroffene in Zukunft auftretende Konflikte meistern.
Positive Erfahrungen
Linus Eichmann, Jugendgerichtshelfer und Vorsitzender des „Jugendhilfevereins“, weiß von verschiedenen guten Erfahrungen, die mit derartigen Intensivmaßnahmen bislang gemacht werden. So belegen beispielsweise Untersuchungen, dass 60 Prozent der erfolgreichen Absolventen eines „AAT“ nicht erneut gewalttätig in Erscheinung treten. Weitere Informationen gibt es beim „Jugendhilfe Verein im Kreis Vechta“, 04441/8982130.
