KREIS VECHTA - Mit Bestürzung reagieren heimische Jäger auf Funde vergifteter Greifvögel im Steinfelder und Diepholzer Moor (die NWZ berichtete). Kreisjägermeister Rainer Fortmann (Lohne) entgegnet Anschuldigungen des Naturschutzbundes (NABU): „Die Jägerschaft des Landkreises Vechta verurteilt das Auslegen von Giftködern mit aller Schärfe. Wir wehren uns dagegen, dass ein Pauschalverdacht gegen die Jäger geäußert worden ist, ohne jegliche Beweisgrundlage.“ Als Vorsitzender der Kreisjägerschaft betont Georg Nieske (Bakum): „Wir haben großes Interesse daran, dass die Vorfälle schnellstmöglich aufgeklärt.“
Nieske wehrt sich gegen öffentliche Verdächtigungen ganzer Personengruppen. Er tritt für die Aufklärung der Vorfälle auf einer sachlichen Ebene mit den zuständigen Behörden und allen betroffenen Stellen ein. Bedauern äußert er darüber „dass der NABU keinen direkten Kontakt mit der Jägerschaft gesucht“ habe. Schließlich verfolgten „ja beide Institutionen in dieser Angelegenheit die gleichen Ziele“.
Für Fortmann steht fest: „Uns liegen zurzeit keine Hinweise auf mögliche Täter vor.“ Sollte sich jedoch eine Beteiligung von Jägern heraus stellen, „werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Konsequenzen ergreifen“, versichert er. Für Hinweise zur Aufklärung der Vorfälle wurden seitens der Jäger 1000 Euro Belohnung ausgesetzt.
• Der Lohner Ludger Frye (NABU-Kreisgruppe Vechta) verweist in diesem Zusammenhang auf den neuerlichen Fund toter Greifvögel im Naturschutzgebiet Steinfelder Moor am Montag, 25. Mai. Somit erhöhe sich die Zahl der Kadaver auf aktuell zehn oder elf, darunter Rotmilane und Rohrweihen. Eine vom NABU veranlasste Giftanalyse habe den Nachweis von Carbofuran (dabei handelt es sich um ein Insektizid) ergeben. Zur Ermittlung des Verantwortlichen hat der NABU bereits 500 Euro Belohnung ausgelobt.
