KREIS VECHTA - Die Demokratie steht in jedem Fall im Fokus. In Hannover geht es um

Eigenständigkeit des Kreises Vechta.

Von Christoph Floren

KREIS VECHTA - Nach dem bisherigen CDU-Mandatsträger Friedhelm Biestmann (Neuenkirchen) und dessen Parteifreund Gerd Meyer (Norddöllen) hat gestern Dr. Stephan Siemer (Vechta) eine Bewerbung um den bei der Niedersachsen-Wahl am Sonntag, 27. Januar 2008 im Wahlkreis Vechta zu vergebenden Landtags-Sitz angekündigt.

Siemer ist seit 1981 CDU-Mitglied. Nach dem Studium arbeitete er beispielsweise „Hoechst“ (Frankfurt) und bei „Krupp“ (Essen). Im Vechtaer Familienunternehmen obliegt dem 45-Jährigen die Immobilienverwaltung und -Vermietung. Politisch engagiert sich der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende der Christdemokraten im Stadtrat Vechta sowie im Kreistag.

Im Falle einer Wahl will er, „in Hannover für einen freien und eigenständigen Landkreis Vechta kämpfen.“ Die „nötigen Freiräume“ für eine solche politische Tätigkeit „habe ich mir geschaffen“, sagte Siemer der NWZ . Um sich der Basis vorzustellen wird der dritte Mann bereits an den beiden Vorstellungsrunden am 6. sowie am 22. Februar teilnehmen.

Als „demokratischen Streit“, bei dem er auf „faires Miteinander“ hofft, skizziert Biestmann die Situation nach dem Bekanntwerden der Siemer-Bewerbung. Seinen politischen Auftrag sieht er klar: „Überzeugungsarbeit leisten, und den Delegierten deutlich machen, dass ich auch in Zukunft an einflussreicher Stelle in Hannover für den Kreis Vechta arbeiten kann.“

Einen „ganz normalen Vorgang“ nennt Meyer das Auftreten des dritten Bewerbers. Für Meyer fordert ein Landtagsmandat „den ganzen Mann“, und verdient „absolute Priorität“ vor weiteren beruflichen Engagements.

Wer schließlich als CDU-Kandidat antritt, entscheiden die Delegierten der kreisweit elf Stadt-, Gemeinde- und Ortsverbände am 22. März in Lohne. Dann sind 60 Stimmen zu vergeben.