LASTRUP - Es ist die teuerste Baumaßnahme im Kreis. 30 Jahre habe Lastrup auf diesen Augenblick gewartet, so Jürgen Focke.

von hermann gerdes

LASTRUP - Mit „Hammeler Böllerschüssen“ gab Franz-Josef Schrandt gestern den Start der Bauarbeiten für die Lastruper Umgehung. Die Riege der Ehrengäste musste nicht in die tiefe Baugrube hinabsteigen. Gemeinsam drückten sie einen Buzzer, eine Ampel schaltete auf Grün und der von Schrandt erzeugte ohrenbäubende Lärm wurde auch noch begleitet von einem Rüttelstopfverdichtungsgerät.

„Jubel wie nach einem Lottogewinn“ habe in Lastrup nach der Nachricht vom anstehenden Baubeginn der Ortsumgehung geherrscht, meinte Klaus Haberland, der Leiter der Lingener Straßenbaubehörde. Für Lastrup sei ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, und seine Behörde werde schon während der Bauzeit die Belastungen so gering wie möglich halten, damit die Freude am „Jackpot“ lange anhalte.

Der Jackpot dieser Woche reiche bei weitem nicht, rechnete Achim Großmann (SPD), der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, nach. „Der ist nämlich nur mit neun Millionen Euro bestückt“.

Während der dreijährigen Bauzeit müsse die Gemeinde jetzt ein Nutzungskonzept für die alte B 213 überlegen. Dabei setze er auf eine „integrierte Verkehrsentwicklung“.

Aus einem 2005 aufgelegtem Sonderprogramm habe Niedersachsen 380 Millionen und dann im vergangenen Jahr 500 Millionen Euro erhalten. Daraus hätte sich auch die Umgehung speisen lassen. „Jetzt sind wir soweit“, meinte der Staatssekretär. In drei Jahren werde sich die Verkehrssituation in Lastrup deutlich entspannen und damit auch die Lebensqualität massiv verbessern.

Ortsumgehungen seien einerseits lokal nötig zur Minderung des Lärms, aber auch für die schnelle Verbindung der Handelswege. Das treffe besonders für Lastrup zu – von den Häfen in den Niederlanden bis nach Skandinavien. Von Holland bis zur A 31 sei eine vierstreifige E 233 bereits im Bau und werde im Sommer fertig gestellt.

Abteilungsleiter Ernst Jagl vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr meinte, die transeuropäische Linie stärke auch den Logistikstandort Niedersachsen und sei damit auch ein „Jackpot“-Gewinn für das Land. Bemerkenswert sei, dass es keine Klage gegeben habe.

„Das liegt aber an der tollen Abstimmung im Planverfahren“, entgegnete Lastrups Bürgermeister Jürgen Focke. „Lastrup hat 30 Jahre auf diesen Moment gewartet“, meinte der 38-Jährige.

Dem symbolischen Spatenstich am Bauwerk „LAS 2“ wohnten neben Behörden- und Parteivertretern auch viele Nachbarn bei. Die Lastruper Jagdhornbläser bliesen das Halali für das derzeit teuerste Vorhaben im Kreis.