Neuenkirchen-Vörden - Die Suchtfachklinik St. Marienstift in Neuenkirchen-Vörden hat ihre Therapieangebote ausgeweitet. Suchterkrankungen wie die Online- und Spielsucht, aber auch Süchte nach Cannabis und Amphetaminen hätten bundesweit zugenommen, berichtete der Ärztliche Direktor und Geschäftsführer Dr. Thomas W. Heinz beim 44. Jahrestreffen Ehemaliger in Neuenkirchen-Vörden.
Insgesamt sei die Palette der Behandlungsmöglichkeiten erweitert worden, sagte Heinz. Auch die Therapie von Begleiterscheinungen wie zum Beispiel Schlafproblemen gehöre schon lange dazu. Diese erläuterte Prof. Dr. Dunja Hinze Selch.
Bei Depressionen und Posttraumatischen Belastungsstörungen käme es oft zu Albträumen. Das Gehirn koche jede Nacht dasselbe Trauma wieder auf. Denn die sogenannte REM-Schlafphase könne diese nicht lösen. Die Referentin ging auf verschiedene Risikofaktoren für einen gesunden Schlaf ein – wie Apnoe, Schnarchen, Alkohol, Benzodiazepine und Cannabis. Sie veränderten auch den Schlafablauf. Ebenso führe Spielsucht wegen zu vieler Lichtreize zu vermindertem Schlaf. „Und je übermüdeter ich bin, desto risikobereiter bin ich beim Spielen.“
Als Therapie empfahl sie in erster Linie eine gute Schlafhygiene mit regelmäßigem Schlaf-/Wachrhythmus, wenig Essen und Trinken vor dem Schlafengehen.
Pfarrer Thorsten Weßling feierte mit den Ehemaligen einen Wortgottesdienst und stellte den brennenden Dornbusch aus dem Alten Testament in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Er könne Sinnbild für den in der Sucht gefangenen Menschen sein, aber auch einen Ausweg aufzeigen. Viele hier in der Klink hätten einen entscheidenden Schritt geschafft, nämlich die Verleugnung ihrer Krankheit aufgegeben und sich einer Therapie zugewendet.
