• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Vechta

Erstes Fazit Zur Aufarbeitung: Katholische Kirche und der Missbrauchsskandal

27.02.2020

Osnabrück Vor gut zehn Jahren wurde am Canisius-Kolleg in Berlin der Missbrauchsskandal öffentlich. Er erschütterte die katholische Welt aus Sicht vieler Gläubiger bis auf die Grundfesten. Die Bistümer reagierten. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode stellte vor einem Jahr ein Schutzkonzept vor und will nun ein Zwischenfazit ziehen.

Was ist die Kernidee des Schutzkonzepts in Osnabrück?

Bischof Bode hatte vor einem Jahr angekündigt, bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt noch stärker als in der Vergangenheit externe Fachleute einzubinden. Dadurch sollen falsche Rücksichtnahmen und Abhängigkeiten bei der Aufklärung vermieden werden. Es geht nicht nur um sexualisierte Gewalt, sondern auch um geistlichen Missbrauch, also psychischen Druck, den Geistliche auf ihre Opfer ausüben. Das Konzept umfasst fünf Handlungsfelder: die Prävention, die Intervention, die Hilfe für Betroffene, den Umgang mit Beschuldigten und die Sanktionierung von Tätern sowie die Klärung systemischer Gewalt.

Wie sieht die Aufarbeitung des Missbrauchskandals im Bistum Hildesheim aus?

Nach Anregung eines 2017 vorgelegten Gutachtens hat das Bistum ein Team von kirchenunabhängigen Ansprechpartnern eingesetzt, an die sich Opfer wenden können. Geleitet wird dieser Beraterstab von der früheren Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne). Aufgabe ist die Aufarbeitung aktuell gemeldeter Missbrauchsfälle. Ein weiteres kirchenunabhängiges Team arbeitet die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1988) auf. Geleitet wird dieses Team von der früheren niedersächsischen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne). Janssen war von 1957 bis 1982 im Amt.

Was tut das Offizialat Vechta?

Im niedersächsischen Teil des Bistums Münster haben nach Angaben eines Sprechers bislang 32 von 40 Gemeinden ein Schutzkonzept erarbeitet. Die anderen acht seien alle in Vorbereitung. Dort finden Betroffene Ansprechpartner. Darüber hinaus gibt es beim Bistum Münster direkt Ansprechpersonen. Auch dieses Bistum hat die Einsetzung einer unabhängigen Kommission angekündigt, die sexuelle Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit aufarbeiten soll.

Wie steht es um Entschädigungen von Opfern sexueller Gewalt?

Die Bischofskonferenz hat beim Thema Entschädigungen noch keine gemeinsame Linie gefunden. Aus Sicht der Opfervereinigung „Eckiger Tisch“ schieben die Bischöfe damit diese Frage auf die lange Bank. „Unsere Geduld ist zu Ende“, hatte die Vereinigung Ende Januar die Kirche kritisiert.

Muss sich nicht auch die Kirche ändern?

Von der Frage der Macht männlicher Kleriker über die Ehelosigkeit der Priester bis zu einem stärkeren Einfluss von Laien und von Frauen: Viele Menschen in der Kirche - Laien und Geistliche bis hin zu den Bischöfen - sehen die Notwendigkeit zu grundlegenden Veränderungen. Aus diesem Grund hatten Bischöfe und Laien vor wenigen Wochen den „Synodalen Weg“ gestartet, der am 30. Januar 2020 in Frankfurt begann. Es soll ein strukturierter Dialog zwischen Laien und Klerikern sein, beschränkt auf einen Zeitraum von zwei Jahren. Allerdings: Kirchenrechtlich bindende Beschlüsse kann dieses Gesprächsforum nicht fassen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.