Kreis Vechtas - An junge Alleinerziehende werden hohe Erwartungen gestellt. „Junge Mädchen, die ein Baby bekommen, müssen schlagartig erwachsen werden“, so Johannes Lamping vom Pro-Aktiv Center (PACE) beim Caritas-Sozialwerk in Vechta.
Einsatz für Mitmenschen
Da „PACE“ unterstützt jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre um Kreis Vechta, die vielfach Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. „Darunter sind etwa 14 Prozent Alleinerziehende“, weiß der Sozialpädagoge Lamping.
Für sie haben die „PACE“-Mitarbeiter ein Patenmodell entwickelt. Intensiv geschulte Ehrenamtliche, in vielen Fällen Rentner, nehmen jeweils einen der Klienten unter ihre Fittiche, und bieten Beistand, wenn Not am Mann ist. „Die Paten sind für die jungen Menschen da. Sie hören zu, und helfen“, so Lamping. Das gilt beispielsweise für den Dschungel von Antragsformularen, oder für Behördenhänge.
Von der Initiative hat auch Nhung Nguyen profitiert. Nach zwei Jahren Betreuung hat sich die alleinerziehende Mutter kürzlich bei ihrem Paten Antonius Mönnig (Visbek) für seinen Einsatz bedankt. Die 24-Jährige kam vor elf Jahren aus Vietnam nach Deutschland. Sie lernte die Sprache, und erwarb den Realschulabschluss. Als die junge Frau schwanger wurde, rückte ihre Aussicht auf eine Lehrstelle in weiter Ferne.
In dieser Situation begann die Patenschaft. Nguyen und Mönnig trafen sich wöchentlich. Eine Kinderbetreuung wurde organisiert , eine Wohnung gefunden, Bewerbungen geschrieben. Schließlich nahm Nguyen eine Teilzeitausbildung auf. Doch beim Übergang vom Arbeitslosengeld II zur Berufsausbildungshilfe klaffte eine finanzielle Lücke. „Antonius Mönnig wandte sich hat sich an eine Stiftung gewandt, und das Problem war behoben“, freut sich Lamping. Diese Möglichkeit wäre der jungen Frau selbst nicht in den Sinn gekommen.
Rückblick und Ausblick
Inzwischen hat sie das erste Ausbildungsjahr mit der Note „gut“ abgeschlossen, und braucht keine Betreuung mehr. „Aber wir bleiben in Kontakt, und schicken uns hin und wieder eine SMS, um zu hören, wie es so geht“, sagt Mönnig. Der engagierte Ruheständler kann nicht einfach nur still zu Hause sitzen. „ Ich will etwas Sinnvolles tun“ betont er. Das bedeutet unter anderem auch die Bereitschaft für die nächste Patenschaft.
