Vechta - Das Vechtaer Wohngebiet im Bereich Hagener Straße, Monikastraße, Von-Frydag-Straße und Achtern Diek soll besser vor Starkregen und Überschwemmungen geschützt werden. In dem vergleichsweise tiefliegendem Bereich standen nach Angaben der Vechtaer Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren immer wieder Straßen und Häuser nach starken Regenfällen unter Wasser. Außerdem sei die Zahl der Unwetter in Vechta in den vergangenen Jahren gestiegen. Deswegen wird das Entwässerungssystem im Stadtgebiet auch in diesem Jahr weiter nachgerüstet.
Die Regenwasser-Kanalisation des Gebietes wird an einen bestehenden Graben zwischen der Buddenkämpe und der Von-Ascheberg-Straße sowie im weiteren Verlauf an ein Regenrückhaltebecken angeschlossen. Um diesen Anschluss herzustellen, wird ein Rohr von der Monikastraße aus unter dem Bahndamm hindurch zur anderen Seite gepresst. Durch dieses immer mit Wasser gefüllte Rohr – auch Düker genannt – wird das Wasser nach der Fertigstellung in den Graben abgeleitet.
Becken wird vergrößert
Der Graben liegt derzeit trocken, er muss gereinigt und ertüchtigt werden. Vor Beginn der Brut- und Setzzeit Anfang März plant die Stadt zunächst, die Gehölze zurückzuschneiden. Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Mai.
Der Graben mündet in ein bestehendes Regenrückhaltebecken. Dieses wird vergrößert, damit es zusätzliche Wassermengen aufnehmen und gedrosselt in die angeschlossenen Gewässer und Kanäle abgeben kann. Angesichts der steigenden Zahl an Starkregenereignissen sind die Regenrückhaltebecken in ihrer Funktion als technische Bauwerke enorm wichtig, um zusätzliche Speicherkapazitäten zu schaffen und Kanäle zu entlasten, heißt es von der Stadt Vechta.
Die Verwaltung erstellt zusätzlich zu diesen konkreten Maßnahmen eine Karte, die darstellt, wo Starkregen eine besondere Gefahr darstellt. Daraus könnten die Einwohner Schutzmaßnahmen für die Zukunft ableiten. Hausbesitzerinnen und -besitzer können aber schon jetzt vorsorgen: Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), der auch die Stadt Vechta angehört, stellt eine kompakte Bürgerinformation bereit. Darin wird erklärt, wie Hausbesitzer Eingänge und Lichtschächte sichern, Außenwände und Keller abdichten können. Ebenso gibt es Infos über die Regenwasserversickerung, Dachentwässerung beziehungsweise Gründächer, finanzielle Absicherung und viele weitere Punkte. Abrufbar sind Erklärvideos und das gesamte Paket unter https://de.dwa.de/de/starkregen-erklaervideos.html.
Fördermittel
Wer selbst in Sachen Hochwasserschutz aktiv wird und beispielsweise eine Dachbegrünung oder eine Versickerungsanlage installiert, kann sich über finanzielle Anreize freuen. Diese sind im Förderprogramm Nachhaltiges Bauen angelegt. 25 Euro pro Quadratmeter werden für begrünte Dachflächen gezahlt, mit maximal 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben und maximal 2500 Euro für Wohngebäude und 10.000 Euro für Gewerbegebäude. Bei Versickerungsanlagen können sich Interessierte über 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben als Förderung freuen – die maximale Förderhöhe liegt bei 1500 Euro pro Grundstück.
