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/ Nichts ging mehr am Montag auf der Bahnstrecke zwischen Neuenkirchen und Delmenhorst. Die Ursache: ein kompletter Ausfall der fernüberwachten elektronischen Steuerung der Strecke durch das Stellwerk Bramsche. Um 11.11 Uhr war der Schaden durch Techniker der Bahn AG behoben.In Neuenkirchen hatte der Fahrer eines Kleinwagens in der Nacht zu Montag das Dilemma für Bahn und Kunden ausgelöst. Er hatte bei einem Unfall den Kabelkanal, der auf kleinen Ständern neben den Gleisen steht, so beschädigt, dass die Datenleitungen unterbrochen waren. Als im Stellwerk in Bramsche um 3.50 Uhr das Bahnpersonal den Dienst antrat, „war alles rot auf dem Stelltisch“, so ein Bahnsprecher. Die Fernüberwachung war außer Kraft, die Datenübertragung defekt. Damit konnten Weichen und Signale nicht mehr bedient werden. Die Bahn alarmierte ihre Techniker. Den Schaden an den Glasfaserkabeln fanden sie schließlich an Bahnkilometer 77,6 in Neuenkirchen.
Die sofort informierte Nordwestbahn nahm Kontakt mit ihren Partnern im Busbereich auf. „Das war eine große Arbeit, alle waren im Einsatz.“
Dass der Totalausfall in die Ferienzeit fiel, machte das Organisieren des Ersatzverkehrs nicht leichter, schilderte Katja Diehl von der Nordwestbahn die Probleme. Schließlich stellten drei Firmen fünf Busse. Doch diese Ersatzlösung kann einen funktionierenden Zugbetrieb im Stundentakt nicht auffangen. „Folglich kam es zu erheblichen Verzögerungen und Zugausfällen“, bestätigte Diehl. Auch als das Stellwerk wieder am Streckennetz war, dauerte es, bis sich der Zugverkehr wieder einspielte.
Der Fahrer des Unfallwagens flüchtete zu Fuß, wenig später war auch sein Wagen verschwunden. Den fand die Polizei allerdings kurze Zeit später im Landkreis Osnabrück wieder. Die genauen Umstände des Unfalls und der Flucht des Fahrers werden derzeit ermittelt.
