Natal/Vechta - Hautnah miterlebt hat die Vechtaerin Karina Grieshop die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft im Estadio das Dunas in Natal, der Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Norte in Nordostbrasilien. Zur NWZ hält die 29-Jährige, die schon bei der WM in Südafrika als FIFA-Volontärin gearbeitet hat, per E-Mail Kontakt.
Im April, zu der Zeit arbeitete Grieshop an der Rezeption im Lisetonga Hostel in Leme (Rio de Janeiro) an der Copacabana, erhielt sie die Zusage vom Fußballweltverband. Danach besorgte sich die ULF-Abiturientin von 2004, die Barcelona Tourismus studiert hat, ein Ticket nach Natal, und eine Unterkunft vor Ort.
Zu ihren Aufgaben als Volontärin im Medienbereich gehörte die Zusammenarbeit mit der Presse. So war sie an spielfreien Tagen im „Stadium Media Centre“ (SMC) dafür zuständig, Journalisten und Fotografen mit Eintrittskarten auszustatten. An Tagen vor Spielen standen Probetrainings der Mannschaften und Pressekonferenzen, die zum Teil mit vorzubereiten waren, auf dem Programm. Darüber hinaus waren die Volontäre aber auch dafür zuständig, Computer auf der Medientribüne vor Regen zu schützen.
„Läufer“ an Spieltagen
An Spieltagen gehörte Grieshop mit fünf weiteren Freiwilligen zum „Runner-Team“: Als „Läufer“ verteilten sie eine Stunde vor dem Anpfiff die taktischen Aufstellungen der Mannschaften an die Medienvertreter oder betreute spezielle Gäste. Die Spiele verfolgte die Vechtaerin von der Tribüne. Etwa fünf Minuten nach dem Abpfiff kam der Spielbericht, der beispielsweise in der Pressekonferenz verteilt wurde.
Neben den Routinetätigkeiten gab es eine Reihe von Höhepunkten. Dazu gehörten die Einsätze in der „Mixed Zone“, wo Spieler der schreibenden Presse Interviews gaben. Dort sprang Grieshop als Spanisch-Übersetzerin nach dem Spiel Italien gegen Uruguay ein, und befragte Jose Maria Jimenez sowie Christian Rodriguez.
Gerne erinnert sich die Volontärin auch an die Pressekonferenz vor dem Spiel USA – Ghana, als sie plötzlich Jürgen Klinsmann und Clint Dempsey gegenüber stand. Gesprochen wurde vor allem über das Wetter. Zwei Tage vor der Begegnung stand halb Natal unter Wasser, doch Klinsmann gab sich ganz entspannt. Er meinte, Fußball sei Fußball, ob bei Regen, Wind, Sonne oder Schnee. Ihr Fazit „Klinsi ist echt cool!“
„Am Schönsten war allerdings das Freiwilligenprogramm. Unter allen Volunteers herrschte einfach eine Superstimmung.“
Arbeiten und feiern
Sie genoss das Aufeinandertreffen der Nationalitäten, in einem Team. Es wurde miteinander gearbeitet, aber auch miteinander gefeiert. So ist auch ihr Fazit positiv: „Ich habe sehr viele neue internationale Kontakte geknüpft, und gute Freunde, etwa aus Kanada, Singapur, Ägypten, Mexiko, Iran und natürlich Brasilien, einem sehr gastfreundlichen und kunterbunten Land, gefunden.“ Mit ihnen will Karina Grieshop in Kontakt bleiben.
