Vechta/Cloppenburg - „Die Menschen hier sind relativ flexibel“, sagt Heinrich Hoppe, Geschäftsführer des Jobcenters im Landkreis Vechta, und verweist auf die hohe Fluktuation im Stellenmarkt. Seine Ausführungen zeigen: Die Menschen in den Kreisen Cloppenburg und Vechta sind engagiert dabei, wenn es darum geht, einen neuen Job zu finden. Wohl mit ein Grund, dass die Arbeitsagentur für das Oldenburger Münsterland seit Jahren unter den ersten zehn im bundesweiten Vergleich der Arbeitsagenturen in Sachen Vermittlung liegt.

Das alles ist am Mittwoch beim monatlichen Pressegespräch zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Oldenburger Münsterland Thema. Jeden Monat präsentiert die Agentur in Vechta die neusten Zahlen, sprechen Tina Heliosch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta, Heinrich Hoppe und Pressesprecher Franz Halbsguth mit Pressevertretern über die Entwicklungen in den Kreisen. Dabei tritt dieses Mal ein weiterer Aspekt zu Tage: Die Menschen in der Region sind immer mehr bereit, für gute Stellen ein Stück weiter zu fahren. Mobilität in Flächenlandkreisen – das war früher nicht so üblich.

Da spielt aktuell auch das im Ausbau begriffene Busangebot im Kreis Vechta eine Rolle – und der Agentur in die Karten. Wie in der NWZ berichtet, nehmen die Fahrgastzahlen des Angebots „moobil +“ kontinuierlich zu. Zwar fehle es noch an Fahrzeiten, so Hoppe, morgens beispielsweise um 6 Uhr, doch das Angebot helfe den Menschen.

Und wie sieht es mit den Arbeitsmarktdaten für Februar aus? Insgesamt waren 9087 Menschen arbeitslos gemeldet – 3845 im Kreis Vechta und 5242 im Kreis Cloppenburg. Somit waren 64 Arbeitslose weniger registriert als noch im Januar 2017. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,2 Prozent.

Verantwortlich für den Rückgang der Arbeitslosen ist zum einen ein Plus bei Einstellungen im gewerblich-technischen Bereich, zum anderen eine verstärkte Förderung im Bereich Sprache und Qualifizierung, führte Tina Heliosch aus. Dazu müsse man wissen, dass Teilnehmer an Kursen oder Maßnahmen nicht als arbeitslos im Sinne des Gesetzes gelten, sondern als arbeitssuchend. Sie fänden sich in der so genannten Unterbeschäftigung wieder, die auch im Februar weiter gestiegen sei. Inklusive Unterbeschäftigten beläuft sich die Zahl der Menschen ohne Arbeit in der Region auf 12 328.

Was ein Vergleich der Arbeitslosenzahlen mit Februar 2016 betrifft, so gibt es allerdings ein Plus von 645 Menschen. Hier spiegeln sich Entlassungen aufgrund des Brandes bei Wiesenhof oder auch eine Zunahme der Flüchtlinge wider.

Bei den für die Grundsicherung zuständigen Jobcentern sank die Arbeitslosenzahl im Februar um 40 Personen auf 5023. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer sank auf 2695, dazu zählen Flüchtlinge und Menschen, die schon länger in der Region leben.

Allen Jobsuchenden, die vor allem aus den Bereichen Produktion, Fertigung, Logistik, Verkehr, Handel und Vertrieb kommen, stehen viele neue Stellen gegenüber. Dem Arbeitgeberservice wurden im Februar 1068 Stellen gemeldet, vor allem im Bereich Metallerzeugung, Metallbau, Lebensmittelherstellung und Fahrzeugtechnik.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord