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Kreisvolkshochschule: Betriebswirt übernimmt das Ruder

06.01.2017

Vechta In ihren Anfängen war die heutige Kreisvolkshochschule Vechta eine Initiative für Weiterbildung, heute ist sie mit einem mittelständischen Unternehmen vergleichbar. 50 fest angestellte Mitarbeiter, ein Jahresetat von 2,5 bis drei Millionen Euro – die Bildungseinrichtung ist ein Wirtschaftsbetrieb, der ab 1. Juni nun auch in den Händen eines Betriebswirtschaftlers liegen wird. Ralf Schopmans wird die Nachfolge von Norbert Krümpelbeck antreten, der nach 24 Jahren als Leiter der Bildungseinrichtung in den Ruhestand wechselt.

50 000 Stunden

„Als ich anfing“, so erinnert sich der studierte Lehrer Norbert Krümpelbeck am Donnerstag beim Pressegespräch, „waren wir drei Leute und ich musste mich in alles betriebswirtschaftliche selbst einarbeiten.“ Etwa 5000 bis 6000 Unterrichtsstunden habe die Einrichtung damals pro Jahr geleistet, heute schließe das Jahr 2016 mit einem Umfang von rund 50 000 Stunden ab, 2015 seien es 42 000 gewesen. Viele Volkshochschulen würden heutzutage den Schritt gehen, die Leitung in die Hände von Betriebswirtschaftlern oder Juristen zu legen, weiß Krümpelbeck – und das sei gut so.

Das Wachstum der Einrichtung war es auch, das den Vorstand des eingetragenen Vereins bewog, ebenso einen Betriebswirt als Leiter zu favorisieren. 29 Bewerbungen aus ganz Deutschland gingen nach der Stellenausschreibung ein. Die Mitarbeiter wurden dann bei der Auswahl mit einbezogen, berichtet Vorsitzender Werner Fangmann. Dass die Wahl schlussendlich auf Ralf Schopmans fiel, habe nicht zuletzt mit seiner Nähe zu Vechta zu tun. So ist Ralf Schopmans in Vechta aufgewachsen und zur Schule gegangen, spielte als Basketballer in der ersten Herren-Mannschaft von Rasta Vechta und bezeichnet sich selbst als „Südoldenburger vom Scheitel bis zur Sohle“.

Zuletzt war der heute 47-Jährige als kaufmännischer Geschäftsführer bei der Firma PM & Partner Assekuranz und Consulting in Bremen beschäftigt. Als junger Mann absolvierte er eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann, studierte Wirtschaft und Versicherungswesen an der Fachhochschule Köln, schloss sein Studium als Diplom-Betriebswirt (FH) ab und arbeitete danach unter anderem als Marketing-Referent in Düsseldorf und als Versicherungsmakler in Bremen.

Eine Stelle im Bildungssektor hat aus seiner Sicht viel Ähnlichkeit mit der Versicherungsbranche, insbesondere mit Blick auf die sich immer wieder verändernden Rahmenbedingungen, auf die reagiert werden müsste. Ralf Schopmans: „Ich freue mich auf diese neue Aufgabe, denn gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung sehe ich die gesamte Bildungsbranche und hier speziell die Erwachsenenbildung als eine expandierende Branche mit großem Potenzial.“ Frei dem Motto „BWL trifft Pädagogik“ wolle er sein betriebswirtschaftliches Wissen einbringen, um nicht zuletzt auch die Kreisvolkshochschule in die digitale Zukunft zu führen.

Lernkonzepte

Digitale Zukunft – damit bezieht sich der künftige Leiter insbesondere auch auf die Zukunft des Lernens. Es gelte die Frage zu beantworten, wie Menschen in fünf oder zehn Jahren lernen wollten, welche Konzepte in den verschiedenen Fachbereichen greifen könnten, welche technische Ausrüstung notwendig sei. Lernen von zu Hause aus, ohne Präsenz vor Ort, sei eine von vielen Möglichkeiten.

Erst einmal geht es für den künftigen Leiter jedoch darum, die Mitarbeiter besser kennen zu lernen und sich in die bestehenden Strukturen einzuarbeiten. Fünf Monate hat er dafür Zeit, so lange bleibt Norbert Krümpelbeck (60) noch im Amt. Ein fließender, reibungsfreier Übergang soll es werden, weshalb sich der Vorstand der Kreisvolkshochschule auch genau für dieses Leiterwechselmodell entschlossen hat. „Üblich ist das nicht“, sagt Werner Fangmann. Doch für den weiteren Erfolg der Einrichtung sei dies aus Sicht des Vorstands die beste Entscheidung.

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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