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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Religiöse Praxis: Ein Glaube und zwei Welten

29.07.2016

Vechta /Krakau Seit mehr als einer Woche sind rund 50 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Oldenburger Land in Polen. Dort treffen sie in Krakau auf Papst Franziskus und bis zu eine Million junge Menschen. Der Glaube an den dreieinigen Gott und an die katholische Kirche eint die Katholiken auf der ganzen Welt.

Es gibt dieselben Gebete in vielen Sprachen, allen voran das Vater Unser. Der Glaube ist derselbe, und doch: Es sind nicht nur die Kirchenräume, die Art des Kommunionempfangs und die Gewänder der Priester und Messdiener, die Unterschiede zwischen der katholischen Kirche in Deutschland und Polen sichtbar werden lassen. Auch die Auslebung religiöser Praxis unterscheidet sich.

In einer großen und modernen Marienkirche in Schweidnitz hängt ein riesiges, goldgerahmtes gemaltes Porträt des Heiligen Johannes Paul II.. Zur Aussendung aus dem Abschlussgottesdienst der Tage der Begegnung spendete der Bischof von Schweidnitz Ignacy Dec den Segen mit einer Figur der Mutter Gottes, der ältesten Marienfigur Polens, in der Hand. Im polnischen Ort Czermna lädt der polnische Kaplan die deutschen Pilger ein, die in Gold gefasste Reliquie des seligen Gerhard Hirschfelder mit einem Kuss zu ehren. Die Gläubigen folgen der Aufforderung, so auch Benedikt Feldhaus aus Vechta.

„Der Kuss auf eine Reliquie wirkt für deutsche Jugendliche vermutlich irritierend, in der deutschen Glaubenspraxis erleben sie solche Rituale selten“, sagt Iza Basiora. Als Teilnehmerin und Dolmetscherin gehört sie zur Gruppe aus dem Oldenburger Land. „Das ist hier einfach anders. In Polen geht es den Gläubigen dabei darum, ihren Vorbildern, ihren Heiligen aus der kirchlichen Geschichte nahe zu sein, im Gebet mit ihnen verbunden zu sein“, sagt die junge Polin.

Seit ihrer Kindheit lebt sie in Oldenburg und beobachtet, dass die Verehrung der Heiligen in Deutschland im Vergleich eine untergeordnete Rolle spielt. Vielen Polen mache diese Beziehung es leichter, ihren Glauben zu leben.

„In Polen gibt es beinah prominente Heilige, wie Schwester Maria Faustyna Kowalska. Hinter ihren Heiligenbildchen rennen viele Gläubige regelrecht her“, erklärte der polnischstämmige Mario Debiec. Die Katholiken gäben ihr damit einen Platz in ihrem Leben. Mario gehört ebenfalls zur Gruppe der Weltjugendtagsfahrer aus dem Offizialatsbezirk, engagiert sich wie Basiora in der Polnischen Mission Oldenburg.

Auch das Sakrament der Beichte offenbare Unterschiede, erzählt er. „Gläubige Polen empfangen das Sakrament mindestens ein- bis zweimal pro Jahr, viele gehen häufiger“, weiß er.

Basiora und Debiec unterscheiden zwischen Polen und Deutschland, nicht zwischen richtigem und falschem Katholizismus, zwischen guten und schlechten Katholiken. „Die Art, wie wir aufwachsen unterscheidet sich einfach“, sagt Iza Basiora. Der eine sei nicht frommer als der andere, meint Debiec. „Beide Nationalitäten tanzen, wenn in der Kirche gute Musik läuft, singen mit, wenn sie die Texte kennen und die Melodien mögen, und schlafen ein, wenn sie müde von Weltjugendtagen sind und zu lange Predigten hören müssten“, sagt er schmunzelnd.

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