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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Nachruf: Ein großer Landrat mit Herz und Humor

06.06.2014

Vechta Albert Focke ist tot. Der langjährige Vechtaer Landrat verstarb am Donnerstag, 5. Juni, nach schwerer Krankheit. „Ein großer Verlust für den Landkreis Vechta und die gesamte Region“, so Herbert Winkel, Erster Kreisrat in Vechta.

Während Fockes Zeit beim Landkreis Vechta sank die Arbeitslosenquote von 6,5 auf 3,9 Prozent, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze stieg von 32 000 auf mehr als 62 000. Die Frauenerwerbsquote verdoppelte sich in diesem Zeitraum. „Focke war immer ein Kämpfer für die heimische Wirtschaft. Der wichtigste Grundsatz seiner Politik war: Wirtschaftspolitik ist die beste Sozialpolitik“, so Winkel.

Auch der Vorsitzende des Kreistags, Bernd Echtermann, würdigte Fockes Verdienste: „Ich habe den Landrat immer als konstruktiven Partner geschätzt. Er hat für alle richtungsweisenden Entscheidungen des Kreistags mit der Verwaltung die Vorarbeit geleistet. Im Namen aller Mitglieder des Kreistags, die Albert Focke begleitet haben, danke ich für die Verdienste um unsere Heimat. Unsere Gedanken gelten den Hinterbliebenen dieses großen Mannes.“

In Fockes Amtszeit beim Landkreis Vechta fiel auch die Schweinepest Anfang der 90-er Jahre. Als Kreisdirektor übernahm Focke das Krisenmanagement, so dass der Seuchenzug nach langem Kampf 1995 überwunden werden konnte. Der Straßen- und Radwegebau war Focke genauso ein Anliegen wie der Ausbau des Breitbandnetzes. In den letzten zwei Jahren ging er zudem entschieden gegen die unmenschlichen Bedingungen vor, unter denen Werkvertragsarbeiter im Landkreis untergebracht wurden.

Focke, seit 2013 an Krebs erkrankt, hat bis zuletzt sein Amt ausgeführt. Nach den erforderlichen Behandlungen kehrte er immer wieder zügig an den Schreibtisch zurück und nahm lange auch weiter öffentliche Termine wahr. Im Mai befand er sich dann in stationärer Behandlung und konnte seinen Plan, seine Amtszeit bis Oktober zu Ende zu führen, nicht mehr umsetzen.

Winkel dankt Focke für sein Engagement: „Der Landkreis Vechta verliert eine große Persönlichkeit, die ganze Region einen ihrer energischsten Fürsprecher. Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung danke ich Albert Focke für all die Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Er möge ruhen in Frieden.“

Auch sein Cloppenburger Pendant Landrat Hans Eveslage würdigte Focke: „Mit Albert Focke verliere ich einen lieben Kollegen, mit dem ich gerne über die Kreisgrenzen hinweg zusammengearbeitet habe. Dies insbesondere für das Oldenburger Münsterland, aber auch in anderen Gremien in Niedersachsen. Albert Focke hat sich für das Oldenburger Münsterland und die Zusammenarbeit der Landkreise Cloppenburg und Vechta in besonderer Weise verdient gemacht.“

Im Wechsel haben Focke und Eveslage als Präsident dem Verbund Oldenburger Münsterland vorgestanden. Fockes Tod erschüttert auch Verbund-Geschäftsführer Rudi Hockmann: „Der Verbund verliert einen seiner größten Förderer. Ich bewunderte ihn als großen Landrat und Präsidenten mit Weitblick und strategischem Geschick, mit klaren Argumenten sowie vor allem mit festem Rückgrat – als einen Mann mit Eigenschaften. Um noch vieles mehr schätzte ich seinen Humor und seine Herzlichkeit und seine Neugier. Er wird mir auch persönlich sehr fehlen.“

Dr. Stephan Siemer, CDU-Kreisvorsitzender und CDU-Landtagsabgeordneter beschreibt Focke als einen Mann der Tat: „Wir trauern um Albert Focke, und unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Er war nicht nur seit 1989 als Kreisdirektor und Landrat in führender Stellung beim Landkreis Vechta tätig, er war auch kooptiertes Mitglied im CDU-Kreisvorstand und hat sich dort zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger und der CDU eingebracht. Seine oft unkonventionelle Arbeit, die bei der großen Schweinepest und bei der Bewältigung der Wohnsituationen der Werksarbeiter besonders sichtbar wurde, war von Erfolg gekrönt.“

Der Europa-Abgeordnete Hans-Peter Mayer würdigte Focke als überzeugten Europäer: „Schon zu Beginn meines Mandats war er je eine volle Woche in Brüssel und Straßburg, um das Räderwerk kennen zu lernen. So konnte er Einfluss nehmen und die europäischen ideellen und materiellen Fördermöglichkeiten sehr früh nutzen. Wir hatten auch viele humorvolle Gespräche.“

Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Groneberg trauert um Focke. Seinen fairen Umgang mit dem politischen Gegner gerade in den letzten Jahren fand sie bemerkenswert. Dass Focke die Ausstellung zum 150-jährigen Bestehen der SPD in „seinem“ Kreishaus zeigen ließ, zeuge von einem großen Demokratie-Verständnis.


  Online kondolieren unter     www.nwztrauer.de 
Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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