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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

„Gott steht auf der Seite der Kleinen und Schwachen“

14.06.2014

Vechta Beim 30. Akademieabend des Gymnasiums Antonianum Vechta hat Dr. Elisabeth Hofmann als Vorsitzende des Fördervereins Sarah Koops, Lydia Kock und Niklas Huntemann aus der Jahrgangsstufe 12 für ihr Engagement um das Schulklima mit dem Antoniuspreis geehrt. Hauptredner des Festaktes war Prälat Peter Kossen, der hier 1988 Abitur gemacht hatte.

Für seinen Vortrag zum Thema „Zwischen Mystik und Politik – Christentum als Dienst an der Welt“ bekam er stehende Ovationen. „Ich bin tief beeindruckt und werde tief beeindruckt bleiben“, dankte ihm Schulleiter Peter Rörsch anschließend.

„Soll sich ein Priester in die Politik einmischen oder verliert er dann das Innerste seiner Berufung?“, fragte Kossen. Seine soziale Prägung habe er in zwei Schulen bekommen: Zum einem in der „Schule des Evangeliums“. Wer bei Jesus in die Schule gehe, lerne die gegenseitige Liebe. Diese Schule ermutige zu einem unverstellten Blick auf die Wirklichkeit der Welt und zu tätiger Solidarität als Antwort auf diese Wirklichkeit.

Auch das Antonianum sei für ihn eine solche „Schule des Evangeliums“ gewesen. Hier habe er seine Berufung zum Priestertum gefunden. Vielen anderen Menschen sei damals klar gewesen, welchen Weg er einschlagen würde, während er selbst noch mit Medizin, Psychologie oder dem Grundschullehramt liebäugelte. Erst kurz vor dem Abitur sei ihm klar gewesen, dass er Priester werden wolle: „Da ist jemand, der mich ruft.“

Das Oldenburger Münsterland sei eine Wirtschaftsboom-Region, der Wohlstand sichtbar. Aber gleichzeitig wachse auch hier die Zahl der geringfügig Beschäftigten. Kossen ging vor allem auf die Situation der meist osteuropäischen Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie ein, die oft unter erbärmlichen Bedingungen unseren Wohlstand erarbeiteten. Er sprach von „Ausbeutung“ und „moderner Sklaverei“, von einem rechtsfreien Raum, Sozialbetrug, schlechter Unterbringung und einer Verdrängung von Stammbelegschaften.

„Wenn es uns nicht gelingt, menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen auch für Migranten zu garantieren, dann verrotten unsere Werte von innen“, mahnte er. „Beim Missbrauch der Werkverträge müssen die Kirchen eingreifen, denn er frisst sich wie ein Krebsgeschwür quer durch unsere Volkswirtschaft.“ Gott stehe auf der Seite der Kleinen und Schwachen – da sei die Bibel ziemlich eindeutig. Dann müsse die Kirche genau dort stehen.

Es gebe auch Firmen, die ihre Leute vernünftig bezahlen und unterbringen würden, räumte Kossen ein. Doch auch mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro lasse sich eine Familie nicht ernähren.

„Trotz aller Diskussionen und Absichtserklärungen hat sich kaum etwas verändert“, beklagte er. Um etwas zu ändern, müsse gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt werden, alle Arbeiter in der Lage sein, in deutsche Sozialkassen einzuzahlen, Werkverträge weitestgehend eingeschränkt, menschenwürdige Unterkünfte für die Migranten bereitgestellt und der Sumpf krimineller Subunternehmer ausgetrocknet werden.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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