Vechta/Wangerooge - Bei vielen Menschen, die das Gästehaus Haus Meeresstern auf der Insel Wangerooge oft schon von Kind an kennen, löst die zum 31. Dezember im Raum stehende Schließung (die NWZ berichtete) Unverständnis aus. Der Oldenburgische Kirchensteuerrat hatte eine Übernahme durch das Bischöflich Münstersche Offizialat Vechta unter Hinweis auf wirtschaftliche Gründe abgelehnt.
Die Gemeinde Wangerooge und der Kreis Friesland haben Unterstützung bei der Suche nach Wegen zum Erhalt des Hauses Meeresstern angeboten. Insel-Bürgermeister Dirk Lindner (CDU) brachte einen Fahrplan für Brandschutz- und Sanierungsarbeiten ins Gespräch, um die Kosten auf mehrere Jahre zu strecken. Darüber müssten sich das Bauamt und der St.-Willehad-Verein als Betreiber verständigen. In Kürze trifft Lindner den St.-Willehad-Geschäftsführer Otto Rauert (Vechta) zu Gesprächen vor Ort.
Eine pastorale Chance
„Traurig über die Entscheidung des Kirchensteuerrates“ zeigte sich Dompropst Kurt Schulte (Münster), der Vorsitzende des St.-Willehad-Vereins. Er betonte, die Kirche wisse „um die pastorale Wirklichkeit“. Nicht länger seien Pfarrgemeinden die Orte, an denen Menschen mit Gott, dem Glauben und der Kirche in Berührung kämen, sondern andere Orte, wie Klöster, Bildungshäuser, die Urlauberseelsorge und eben auch Haus Meeresstern. „Dieses Haus ist eine großartige pastorale Chance, gerade im Zusammenhang mit einem Pfarrer auf Wangerooge und der gegenüberliegenden Kirche“, so Schulte.
Jede Menge Fragen
Die Schwestern Unserer Lieben Frau als Eigentümer des gerade 150 Meter von der Strandpromenade entfernten Grundstücks, auf dem das Haus steht, stecken in der Klemme. Sie brauchen die Erbpacht, 42 000 Euro pro Jahr, als Teil ihrer Altersversorgung. Einen Verkauf zieht der Orden dem Vernehmen nach derzeit nicht in Betracht.
Ungewiss ist die Zukunft der 18 Meeresstern-Mitarbeiter. Ihnen droht Arbeitslosigkeit. Die würde der St.-Willehad-Verein durch Abfindungen abzufedern versuchen.
