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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Inklusion bedeutet auch Offenheit für neue Wege

08.05.2015

Vechta „Ich will nicht euer Mitleid, ich will euer Geld. Es kommt direkt einem Behinderten zu Gute.“ So hat der Comedian Martin Fromme bei seinem Auftritt im Kreishaus Vechta, Ravensberger Straße 20, sein Publikum provoziert. Fromme, der im Zuge der „Behinderten Kulturwoche“ (die NWZ  berichtete) auftrat, weiß wovon er spricht. Der Mann aus Wanne-Eikel, dem von Geburt an ein halber Arm fehlt, gilt als der einzige körperbehinderte Comedian Deutschlands. Daher darf er auch Witze machen über Menschen mit Behinderung: „Kommt ein Blinder in einen Porzellanladen und schleudert seinen Blindenhund am Schwanz durch das Geschäft. Auf die entsetzte Frage des Verkäufers, was das denn solle, sagte der Blinde: Ich wollte mich nur mal umsehen.“

„Ich fand seine Witze gut, habe mich aber nicht getraut, in Anwesenheit Betroffener darüber zu lachen“ gestand Guido Venth, seit 18 Jahren Leiter der Förderschule Kardinal-von-Galen-Haus in Dinklage. Sie könne über diese Art von Comedy lachen, versicherte Petra Grafemeyer gegenüber Dominik Blum (Offizialat Vechta), der zum Abschluss des inklusiven Kulturfestes mit Betroffenen sowie Vertretern aus Politik, Kirche und Behindertenhilfe über Inklusion im Alltag diskutierte. Die Mutter von drei zum Teil schwerstbehinderten Kindern engagiert sich im Elternkreis Next Generation (Lohne): „Man sollte nicht alles so ernst nehmen. Solche Witze machen unsere Situation vielleicht nicht besser, aber leichter.“ Dass ihr Sohn behindert sei, sei nicht das Problem, meinte Grafemeyer. Problematisch sei, was und wie sie alles beantragen müsse. Bei Behörden und Kostenträgern erlebe sie leider viele Hürden, klagte sie.

Von Problemen mit einem Kind, das anders ist als andere, erzählte auch Sabine Hirtler. Die Kindergartenzeit ihrer Tochter Smilla sei in Diepholz in einer integrativen Gruppe gut gelaufen. Doch mit der Einschulung kamen die Probleme. Die Grundschule wollte das Mädchen mit Down-Syndrom nicht nehmen. Nun besucht Smilla die Lebenshilfeschule. Sie mag Rechnen und Sport, wie sie selbst erzählte. Die Eltern sind zufrieden, gewünscht hätten sie sich eine Regelschule. Und Regelschulen- beziehungsweise -schüler können viel vom Kontakt mit Menschen mit Beeinträchtigungen lernen, unterstrich Venth. Seine Schule sei den umgekehrten Weg gegangen. Inklusion bedeute bei ihnen nicht, Schüler mit Förderbedarf in eine normale Klasse zu stecken, sondern Schüler ohne Förderbedarf an die Förderschule zu holen.

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