Vechta - In der Diskussion um die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten fordert der Landesverband Oldenburg des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit Sitz in Vechta eine rückhaltlose Aufklärung und ein Bekenntnis zu den Grundwerten der Gesellschaft. Der BDKJ ist Dachverband der katholischen Jugendverbände im Offizialatsbezirk Oldenburg. Er versteht sich als ein politisches und innerkirchliches Sprachrohr junger Menschen.

Jede Form sexueller Gewalt ziele auf die Würde der betroffenen Person. In Köln und andernorts wurden viele Frauen Opfer sexueller Übergriffe. „Wir verurteilen dies aufs Schärfste“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme: „Als Rechtsstaat schulden wir den Opfern rückhaltlose Aufklärung.“ Erstes Ziel müsse es sein, dass die Täter ohne Rücksicht auf Herkunft oder Status der Gerichtsbarkeit zugeführt werden. Dafür müssten den Behörden alle Möglichkeiten polizeilicher Ermittlungsarbeit offen stehen. Dazu gehöre auch, dass Personenbeschreibungen eine Herkunft aus dem nordafrikanischen oder arabischen Raum nahe legen dürfen. Das helfe, den Täterkreis einzugrenzen.

„Unser Rechtssystem geht, geprägt durch ein christliches Menschenbild, von der Verantwortung des Einzelnen für sein Tun und Lassen aus. Daher hilft es niemandem, wenn jetzt ohne genaue Sachkenntnisse pauschale Verbindungen zur Flüchtlingspolitik gezogen werden“, sagt die BDKJ-Vorsitzende Christine Haker. Im Gegenteil: Das Leid der Opfer werde so für die politische Auseinandersetzung instrumentalisiert. Die Täter müssten als das bezeichnet werden, was sie sind: Sexualstraftäter, Diebe und Räuber, so Haker weiter.

In Deutschland hätten Frauen und Männer gleiche Würde und gleiche Rechte. Von dieser Grundüberzeugung dürfe die Gesellschaft keinen Deut zurückweichen. Die Übergriffe von Köln machten leider auch deutlich, dass diese Werte zu verteidigen sind: „Wir fordern, dass die staatliche Gewalt dazu an allen Orten und zu allen Zeiten in die Lage versetzt wird. Wenn nötig durch mehr Personal für die Polizei“, fordert Haker im Namen des BDKJ. „No-Go-Areas“ (zu meidende Orte) dürfe es in einem Rechtsstaat nicht geben. Eines muss klar sein: „Wer hier mit uns leben möchte, muss die im Grundgesetz festgeschriebenen Rechte für jeden Menschen achten und fördern“, so Haker unmissverständlich.