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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Musikalische Zeitreise in die Renaissance

18.09.2019

Langförden Eine ereignisreiche Zeitreise in die Musikgeschichte mit manchen interessanten Raritäten war in der St.-Laurentius-Kirche Langförden beim Konzert des Bremer Musikfestes zu erleben. Das achtköpfige tschechische Vokalensemble „Cappella Mariana“ und das italienische Bläsersextett „InAlto“ präsentierte Musik, die schon vor mehr als 400 Jahren komponiert wurde.

Mit einem feinen und klaren Stimmklang sowie mit zielsicherer Intonation sangen die acht Solisten des Vokalensembles Renaissancewerke von Orlando di Lasso, Giovanni Valentini und Philippe de Monte (1521 bis 1603). Letzterer war mit mehreren Kompositionen vertreten: den besinnlichen und getragenen geistlichen Motetten der einzelnen Messvertonungen im Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei in lateinischer Sprache sowie dem weltlichen siebenstimmigen Madrigal „Langue al vostro languir“ mit einem in italienischer Sprache gesungenen innigen und hingebungsvollen Liebestext.

Die präzise spielenden Bläser von „InAlto“ – besetzt mit weich klingenden Posaunen und dem leicht gebogenen Zink – unterstützten die Motetten mit einem getragenen und vollen Klang, der zudem von der eigens aus Frankreich für dieses Konzert geholten Orgel mit einem weichen, grundtönigen Prinzipalregister unterstützt wurde.

Diese kam auch sehr schön in der „Fuga Suavissima“ von Carolus Luython (1557 bis 1620) zur Geltung, seinem einzigen im Druck erschienenen Werk, wobei Organist Pablo Kornfeld geschickt die polyphonen Ansätze der Komposition verdeutlichte und mit einigen renaissance-typischen Verzierungen versah. Bei der „Sonata in dialogo detta la Viena“ korrespondierte die Orgel mit den beiden von rechts und links musizierenden Zinkspielern in wunderschöner, raumgestaltender Weise.

Geleitet wurde das 15-köpfige Ensemble von Vojtêch Semerád, der selber im Tenor mitsang. Hier störten manchmal seine etwas kantigen Bewegungen und Einsätze, die er den anderen Sängern gab. Im Sinne einer historischen Aufführungspraxis war es sicher richtig, ohne Dirigent aufzutreten. Das wurde damals auch so gemacht.

Im Sinne einer genaueren Textarbeit, einer mutigeren, farbenreicheren Dynamik und einer freieren, am Text orientierten Agogik, wäre es allerdings besser gewesen, mit einem engagierten Dirigenten aufzutreten. Es war zudem nicht von Vorteil, dass alle Sänger sehr fixiert in die Noten schauten und dadurch gar keinen Blickkontakt zum Publikum herstellten. Spätestens in Philippe Montes zweitem großen Madrigal „Gia fu chi m’hebbe cara“ mit seinem betörenden und pikanten Liebestext wäre es wünschenswert gewesen, dass die Sänger dem Publikum auch wirklich vermitteln, was sie da eigentlich singen.

Ein farbenreiches, mehrstrophiges „Magnificat“ von Nicolaus Zangius beschloss die musikalische Zeitreise. Alles in allem wurde ein guter Einblick in die kompositorischen und klanglichen Gegebenheiten der Renaissancemusik gegeben, und für das Publikum war manch musikalisch wertvolle Rarität zu entdecken.

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