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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Inklusion: Markus Wolke ist im Job angekommen

21.04.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-04-21T09:53:00Z 280 158

Inklusion:
Markus Wolke ist im Job angekommen

Vechta/Lohne Während manch anderer Arbeitnehmer noch beim Frühstück sitzt, hat für Markus Wolke der Arbeitstag längst begonnen. Ab 7 Uhr morgens sägt er in der Werkstatt der Firma nordluft Rohre zu, isoliert, stanzt oder kantet ab. Bei dem Lohner Unternehmen gefalle es ihm sehr gut, erzählt der 30-Jährige, der bislang in der Werkstatt für behinderte Menschen am Brägeler Ring arbeitete.

Vor einem halben Jahr hatte Ulla Kampers dem Beschäftigten des Andreaswerks Vechta ein Praktikum in der Firma nordluft ermöglicht – und war von dessen Engagement begeistert. „Was er macht“, sagt die Assistentin der Geschäftsführung, „das macht er 100-prozentig.“ Nicht nur für sie stand damals fest: „Markus muss bleiben.“ Seither ist er bei dem Unternehmen für Klima- und Lüftungstechnik auf einem sogenannten Außenarbeitsplatz beschäftigt.

Außer ihm sind derzeit weitere 48 Werkstattbeschäftigte des Andreaswerks im Rahmen des inklusiven Konzepts auf dem ersten Arbeitsmarkt unterwegs. Tendenz steigend. „Immer häufiger kommen Firmen von sich aus auf uns zu. Das sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus“, berichten die Experten des Andreaswerks. Der Fachdienst „Qualifizierung und Vermittlung“ bringt die Beschäftigten und die Betriebe zusammen, bleibt aber auch in der Folgezeit Ansprechpartner für alle Beteiligten. Für sie zählt dabei vor allem eines: Es muss passen – beruflich und menschlich. „Mit einer Zusammenarbeit, die der Chef von oben anordnet, ist keinem geholfen. Die Mitarbeiter vor Ort müssen genauso dahinterstehen“, erklärt dazu Volkhard Scharrelmann.

Bei Markus Wolke sieht Bernd Thiel, Produktionsleiter bei der Firma nordluft, in dieser Hinsicht keine Probleme. „Es gibt niemanden im Betrieb, der nicht mit ihm und seiner Arbeit zufrieden ist“, lobt er. Der 30-Jährige gehöre inzwischen ganz selbstverständlich zum Team.

„Es wäre schön, wenn noch mehr Firmen diese Möglichkeit kennen und nutzen würden“ sagt Ulla Kampers. Sie selbst hatte von einer Bekannten von dem Angebot des Andreaswerks erfahren und sich zunächst unverbindlich mit dem Fachdienst „Qualifizierung und Vermittlung“ in Verbindung gesetzt. „Wir beschäftigen bereits zwei Flüchtlinge und wollten auf diese Weise einen weiteren sozialen Beitrag leisten“, sagt die Assistentin der Geschäftsführung. Gleichzeitig lohne sich der Blick über den Tellerrand auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht – gerade angesichts des aktuellen Fachkräftemangels.

„Es ist eine Win-win-Situation“, erläutert Benjamin Hoffmann vom Fachdienst „Qualifizierung und Vermittlung“. Die Unternehmen bekämen hochmotivierte Mitarbeiter, während die Beschäftigten selbst wertvolle Erfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt sammeln könnten. In einigen Fällen führe das in ein direktes Arbeitsverhältnis, betont der Mitarbeiter des Andreaswerks.

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