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Open-Air Musik an einem speziellen Ort

Christoph Floren

Vechta - Open-Air im Innenhof der Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen: Diese Veranstaltungsreihe hat sich in Vechta etabliert. Den Beweis dafür haben die beiden aktuellen Veranstaltungen geliefert. Die Reihe lebt seit ihrem Start mit „Nabucco“ im Juli 1998.

Stehende Ovationen

Verdis „La Traviata“, am Freitag, 10. Juli, in Szene gesetzt vor einem gut 500-köpfigen Publikum durch das Tournee- Ensemble „Venetia Festival Opera“, riss die Zuhörer beim Schlussapplaus zu stehenden Ovationen hin. Die gingen zu einem beträchtlichen Anteil auf das Konto der Sopranistin Lauren Francis in der Titelrolle der Violetta Valery und der Tenors Rafael Cavero als Alfredo Germont. Sie und ihre Mitstreiter brachten den Gästen die klassische italienische Oper durch eins ihrer meistgespielten Werke näher.

Aus Witterungsgründen den Blicken der Fans durch ein Zelt entzogen, musizierte das von Stellario Fagone geleitete Orchester rechts neben der Bühne. Das lässt sich am Spielort JVA-Innenhof aus Platzgründen kaum verändern. Allerdings: Schön wäre der eine oder andere Blick auf die Musiker doch gewesen.

Dann, am Sonnabend, 11. Juli, folgte der Kontrast im Vechtaer Open-Air-Doppelpack. Max Mutzke, vor wenigen Wochen mit dem Platin-Jazz-Award für sein Album „Durch Einander“ dekorierter Sänger, und seine Band „monoPunk“ spielten „ein ganz spezielles Konzert an einem ganz speziellen Ort“. In dieser Beurteilung zeigten sich der Gast und Vechtas Bürgermeister Helmut Gels (CDU) einig.

Nur mit dem Publikum

Mit Titeln wie „Du und ich“ oder „Das ist unsere Nacht“ sprach Mutzke die Insassinnen der Frauenhaftanstalt an: „Die spiele ich für Euch.“ Vor Konzertbeginn hatte er sich die Einrichtung zeigen lassen und Autogramme gegeben. Er bedankte sich beim etwa 500-köpfigen Publikum: „Ich bin froh, dass Ihr alle da seid und Eintritt bezahlt habt. Hier sind aber auch viele, die einen weit höheren Preis bezahlen.“

Mutzke, der etwa bei dem Lied „Me and Mrs. Jones“ seine stimmliche Vielfalt erahnen ließ, bezog das Publikum mit in seine Show ein. Die Zuhörer sangen und klatschten. Der Innenhof der JVA-Frauen wurde zum Partyraum, und vor den Theken tanzten etliche Besucher. Wer nicht da war, hat etwas verpasst.

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