Vechta - Ein Flüchtlingsheim für etwa 80 Personen, primär Familien, entsteht derzeit im alten Trakt des Vechtaer St.-Hedwig-Stifts an der Grafenhorststraße. Das innerhalb von gerade einmal zwei Wochen aufgelegte Projekt haben Bürgermeister Helmut Gels (CDU) sowie Propst Michael Matschke (St.-Hedwig-Stiftung) und Peter Schulze, der Geschäftsführer des 112 Plätze bietenden Alten- und Pflegeheimes, am Mittwoch, 30. September, bei einem Pressegespräch vorgestellt.

Die Anregung, aktiv zu werden, kam, wie Gels betonte, aus der Bevölkerung. Wie bei der seit einigen Wochen genutzten Einrichtung für Flüchtlinge an der Oldenburger Straße (die NWZ  berichtete) wird voraussichtlich das Caritas Sozialwerk (CSW) als Betreiber fungieren.

Die Stadt Vechta hat das Gebäude, das nach dem Umzug der Seniorenbetreuung in einen Neubau am 1. August größtenteils leer steht, für zunächst zweieinhalb Jahre gepachtet. Aktuell stehen unter anderen einige Renovierungsarbeiten und die vorrangige Installation einer zentralen Heizungsanlage an. Zudem müssten zum Teil Mobiliar oder Küchen angeschafft werden.

Wie Gels und der zuständige Fachdienstleiter Winfried Völker unterstrichen, soll die neue Unterbringungsmöglichkeit die Situation in Vechta entschärfen helfen. Bis Ende Januar 2016 erwartet die Stadt weitere 215 Zuweisungen von Flüchtlingen. Das entspräche einer Gesamtzahl von 450 bis 500 Personen, zu deren Unterbringung und sozialer Betreuung die Stadt Vechta verpflichtet sei. Nach der in Kürze erwarteten Inbetriebnahme der Unterkunft wird für die dort lebende Flüchtlinge rund um die Uhr ein kompetenter Ansprechpartner vor Ort erreichbar sein. Das könnten unter anderem der Heimleiter und oder aber ein Sozialarbeiter sein.

Wesentlich bei den innerhalb kürzester Zeit gelaufenen Planungen sei, so Schulze, beispielsweise dass die Privatsphäre sowohl der im St.-Hedwig-Stift betreuten Senioren als auch der Flüchtlinge gewahrt bleibe. Deshalb wird auch ein neuer Zugang zu dem Flüchtlingsheim eingerichtet. Allerdings, so der Geschäftsführer weiter, seien Kontakte durchaus gewünscht. Sie müssen sich eben nur erst entwickeln und würden aber in jedem Fall gefördert. Das gelte auch für das Verhältnis zu den unmittelbaren Nachbarn.

Mit der neuen Verwendung wird das Gebäude an der Grafenhorststraße wieder wie nach seinem Bau 1948 genutzt. Auch kurz nach dem II. Weltkrieg waren im St.-Hedwig-Stift Flüchtlinge untergebracht.