Vechta - „Heute ist Abschied angesagt, und zwar von einem Goldstück.“ So hat Schwester Anneliese Stelzmann, Provinzoberin der Gemeinschaft unserer Lieben Frau (ULF) am Freitagmorgen die einem Wechselbad der Gefühle gleichende Situation in der Turnhalle des Vechtaer Mädchengymnasiums Liebfrauenschule (ULF) beschrieben.
Ende aber auch Anfang
Mit einem Gottesdienst in der Propstei St. Georg und einem offiziellen Festakt zur Übernahme der „ULF“-Trägerschaft endete die 154-jährige Schultradition des Ordens in der Kreisstadt. Die Übergabe der Trägerschaft an das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) Vechta, zu der sich die Schwestern aus personellen und finanziellen Gründen entschlossen hatten (die NWZ berichtete), stellt für die Schule, die der älteste durchgehend besetzte Standort des weltweit aktiven Ordens in Deutschland war, eine Perspektive mit christlicher Ausrichtung dar. Das unterstrich die Oberin in ihrer Rede.
Die Liebfrauenschule „im Geist der Schwestern weiterleben zu lassen“ und auch in Zukunft „als katholische Einrichtung der Mädchenbildung gelebte Ökumene „zu praktizieren“ hatte zuvor bereits Oberstudiendirektor Johannes Funken versprochen. Funke dankte den Schwestern, die die Liebfrauenschule „durch ihre Arbeit maßgeblich geprägt“ und so den Weg zu einem Selbstverständnis als „freie Schule mit eigenem christlichen Profil ermöglicht“ hätten.
Verantwortung tragen
Für das BMO als zum Schuljahr 2013/14 eingetretenen neuen Träger verwies Weihbischof Heinrich Timmerevers auf den individuellen Charakter von Liebfrauenschulen. Das habe „auch hier in Vechta zu einer großen Akzeptanz geführt“. Wörtlich sagte der Oberhirte: „Ich bin überzeugt, unser Land braucht katholische Schulen. Wir können diese Aufgabe nicht allein dem Staat überlassen.“ Für ihn manifestiere sich in einer katholischen Schule „ein Ort von Kirche“ betonte Timmerevers. Daher dankte er allen Frauen und Männern, die in den vergangenen 150 Jahren der Liebfrauenschule „ein Gesicht geschenkt haben“, für ihren Einsatz.
