Vechta - Das knapp 900 Schülerinnen zählende Gymnasium Liebfrauenschule Vechta und die Berufsbildenden Schulen (BBS) Marienhain in der Kreisstadt haben eine Zukunft als kirchliche Schulen. Zum 1. August 2013 übergibt die Provinz Coesfeld der Schwestern Unserer Lieben Frau, die Trägerschaft beider Einrichtungen an die BBS Marienhain gGmbH sowie die Liebfrauenschule Vechta gGmbH. Alleiniger Gesellschafter ist jeweils das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) Vechta.
Dessen Pressesprecher Dr. Ludger Heuer wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Er verwies auf eine für Mittwoch, 5. Dezember, geplante Informationsveranstaltung. Dann kämen „die Karten auf den Tisch“.
Schwester Maria Anneliese Stelzmann, Provinzoberin der Kongregation und die für Finanz- und Wirtschaftsfragen zuständigen Ökonomin, hatten am Freitagvormittag die Leitung sowie das Kollegium des Gymnasiums vom Ausgang der Verhandlungen mit dem „BMO“ in Kenntnis gesetzt.
Die Abgabepläne des Ordens, die das Aus für eine 177-jährige Bildungstradition in Vechta bedeuten, waren kurz vor Weihnachten 2011 bekannt geworden (die NWZ berichtete). Den Ausschlag hatten finanzielle und personelle Probleme gegeben. Die Schwestern leiden unter Nachwuchsmangel.
„Das ist eine gute Zukunftsoption. Wir, das heißt die ganze Schulgemeinschaft, sind froh, dass nun Klarheit herrscht. Das ist, gerade im Vorfeld des Tages der offenen Tür im Januar und für Anmeldungen zum neuen Schuljahr, auch ein Signal an die Eltern, dass sie ihre Töchter weiter bei uns anmelden können“, kommentierte ULF-Leiter Oberstudiendirektor Johannes Funken den Schritt der Schwestern.
Erleichtert, dass sich der Orden und das Offizialat über die Trägerschaft des „ULF“ und der BBS Marienhain einigen konnten, zeigte sich Landrat Albert Focke (CDU): „Ich bin glücklich, dass für die Einrichtungen ein neuer Träger gefunden werden konnte. Ich danke allen Beteiligten, die diese Lösung ermöglicht haben.“ Dem Kreistag will Focke vorschlagen, die Betriebskostenzuschuss wie bisher zu zahlen, um den Lehrbetrieb beider Einrichtungen zu gewährleisten.
