Vechta - „Der Ausbildungsstellenmarkt im Oldenburger Münsterland bleibt stabil. Er bietet gute Aussichten für Bewerber und Betriebe.“ So lautet das Fazit zur Bilanz des Ausbildungsjahres 2011/2012 von Dr. Thorsten Müller und Norbert Nüsse (Arbeitsagentur) Dr. Thomas Hildebrand (IHK) sowie der Kreishandwerkerschaftsgeschäftsführer Dieter Mertens (Vechta) und Dr. Michael Hoffschroer (Cloppenburg).
Von Anfang Oktober 2011 bis Ende September 2012 haben „OM“-Betriebe der Agentur für Arbeit 2761 Lehrstellen, das sind etwa 85 Prozent des Ist-Angebots, zur Vermittlung gemeldet. Gegenüber 2010/2011 bedeutet das ein Minus von 1,1 Prozent. Zur gleichen Zeit haben 2939 Bewerber mit Hilfe der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz gesucht. Das entspricht einem Plus von 13,7 Prozent (355). Zum Stichtag 30. September waren zwölf Jugendliche, die etwa durch Nachvermittlungen unterkommen sollen, unversorgt. 127 Lehrstellen im AA-Bezirk sind frei.
AA-Leiter Müller wirbt dafür, dass Personalentscheider „auch Bewerbern Chancen geben, die auf den ersten Blick keine Top-Kandidaten sind“. Förderung wie Patenschaften oder betrieblicher Nachhilfeunterricht könnten Fachdefizite ausgleichen.
Laut Hildebrand ist die Zahl der Ausbildungsverträge aus dem Industrie- und Handelskammer (IHK)-Bezirk Oldenburg im „OM“ 2011/2012 um sieben Prozent (100) gesunken; Kreis Cloppenburg: minus 8,3 Prozent, Kreis Vechta: minus 5,9 Prozent. „Sorgenkinder“ der IHK seien etwa der Handel und die Gastronomie. Ursachen sieht Hildebrand auch in den „Rahmenbedingungen“ sowie in der Entlohnung. Oft haben Bewerber auch falsche Vorstellungen von einer Lehre.
Hoffschroer und Mertens attestierten den „OM“-Betrieben eine hohe Ausbildungsbereitschaft, gerade mit Blick auf ihren zukünftigen Fachkräftebedarf. Weil Firmen fast aller Branchen bereit sind sich zu engagieren, wenn das Bewerberpotenzial stimmt, will etwa die Kreishandwerkerschaft Cloppenburg 2013 stärker mit Gymnasien kooperieren. Mertens geht davon aus, dass im Kreis Vechta „locker 100 zusätzliche Lehrstellen“ besetzbar wären. Probleme sieht er jedoch etwa bei Bäckern, Fleischern, oder Dachdeckern.
