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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Pinsel und Leinwand gegen Kriegsbilder

25.03.2015

Langförden’ /Vechta Sorgen um Eltern, Geschwister, Freunde, Bilder von Terror, Krieg, Hunger und Flucht, das Ringen mit der deutschen Sprache: Es sind vor allem diese Dinge, die die afrikanischen und syrischen Flüchtlinge aus Langförden seit Monaten beschäftigt haben. Da bietet die Einladung des Vechtaer Künstlers Thommes Nentwig in sein Atelier in Vechta, Welpe 6 B, eine willkommene Abwechslung.

Nentwig hat Tuben und Pinsel aufgebaut, Leinwände und Malpappen zurecht gelegt. Etwas verloren stehen zehn Frauen und Männer im dem Raum. In den Händen halten sie ihr Gastgeschenk: Bohnensuppe und gefüllte Weinblätter für das geplante gemeinsame Abendessen.

Malen auf Leinwand ist für die Flüchtlinge Neuland. „In Syrien haben wir jeden Tag auf dem Acker gearbeitet,“ erzählt Fahed Uso (22). Für Kunst war da kein Platz.

Auf die Idee gebracht, Fahed und die anderen Asylbewerber bei sich malen zu lassen, hat Nentwig ein Gespräch mit Ralf Rießelmann. Der Sprecher der Flüchtlingshilfe Langförden hatte ihm vom Engagement für die Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten erzählt. „Da ist mir spontan der Gedanke gekommen, sie in mein Atelier einzuladen.“

Für den Künstler steht fest: Der Nachmittag mit den Flüchtlingen ist eine tolle Erfahrung. Nicht nur für seine Gäste, auch für ihn: „Ich habe so freundliche, dankbare und herzensgute Menschen kennen gelernt.“ „Das war wirklich schön“, sagt Fahed. Seine Schwestern hätten viel Spaß gehabt am Malen. „Wir würden das gerne wiederholen.“ Nentwig fügt hinzu: „Vielleicht machen wir im Sommer ein kleines Kulturfest.“

Die kleinen Kunstwerke tragen die Flüchtlinge nach Hause. Rabeh Ahamed stellt sein Bild ins Internet. In ihrer Unterkunft hängen sie sein Werk und das der anderen Afrikaner auf.


Mehr Informationen   www.fluechtlingshilfe-langfoerden.de 

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