Vechta - Nur dreimal haben die Leute geklatscht, beschreibt Autor Antonio Ricco (Hannover) die mehr als 30 Aufführungen seiner szenischen Lesung: „Aber nicht, weil die Leute unzufrieden waren, sondern weil sie nicht konnten. Weil es noch so viele offene Fragen gab.“
Nach Stationen zwischen Berlin und im Breisgau wird das theaterähnliche Stück „Ein Morgen vor Lampedusa“ am Montag, 8. Dezember, ab 19.30 Uhr im Metropol-Theater Vechta gezeigt; Eintritt frei, Spenden für den Sprachunterricht von Asylsuchenden werden erbeten. Anmeldung:
In verteilten Rollen und von Musik begleitet lesen Melanie Ehlert (Diepholz), Jutta Lüske und Ralf Rießelmann (Langförden), Holger Meyer (Vechta) und Alfons Gierse (Cloppenburg) den von dem früheren Lehrer und Schulleiter Rocco geschriebenen Text. Veranstalter ist der in Vechta ansässige Landes-Caritasverband (LCV) für Oldenburg.
„Ich habe von dem Unglück an jenem Morgen des 3. Oktober im Radio gehört. Je länger es ging, desto mehr Fragen kamen mir“, beschreibt der 60-jährige Autor seine Motivation für das Stück. Mit Freunden wollte er etwas „gegen das Vergessen jenes Ereignisses tun“, bei dem 366 von 545 Flüchtlingen im im Mittelmeer ertranken.
Im Anschluss an die Lesung folgt eine Gesprächsrunde. Daran nehmen neben Ricco, Weihbischof Heinrich Timmerevers und Elisabeth Vodde-Börgerding sowie Abdul Malik, der selbst als Flüchtling über Lampedusa nach Vechta kam, teil.
