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23.07.2020

„arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann“:
Besondere Kunstwerke in Vechta gekauft

Vechta Die „Arbeitsstelle Rolf Dieter Brinkmann“ unter der Leitung von Professor Dr. Markus Fauser hat mit Hilfe von Sponsoren zwölf Bilder und mehr als 20 Skizzen und Aquarelle für die Universität Vechta erworben. Sie stammen aus der Zeit von 1969 bis 1974, die in direktem Zusammenhang mit den Texten des Vechtaer Autors Rolf Dieter Brinkmann stehen. Sie wurden jetzt in der Bibliothek der Universität der Öffentlichkeit vorgestellt.

Henning John von Freyend, ein Freund von Brinkmann, schuf diese Bilder, und es stellte sich nach den Worten von Professor Fauser heraus, dass die mehrjährige Zusammenarbeit der beiden Künstler überaus fruchtbaren Niederschlag in der Literatur Brinkmanns fand. Deshalb war der Ankauf der Kunstwerke so wichtig.

Fauser dankte bei der Vorstellung den Sponsoren, die den Kauf ermöglichten. Dies waren die „Karin und Uwe Hollweg“-Stiftung sowie die „Familienstiftung Bernard Suding“.

„Die großzügigen Spenden senden ein sehr wichtiges Signal in unsere Region, das beweist: Brinkmann spielt eine neue, eine zunehmend wichtigere Rolle in der Kulturgeschichte der Stadt“, so Professor Dr. Markus Fauser.

Alles begann 1969. Brinkmann stieß auf Einladung Freyends zur Künstlergruppe „EXIT“ dazu, die sich in Köln formiert hatte.

Über zwei Jahre standen die Künstler in engem Austausch und suchten nach unkonventionellen Wegen. Sie verwendeten Alltagsgegenstände, orientierten sich an Fotos, sie zeichneten banale Dinge mit höchster Kunstfertigkeit. Die „Bildermacher“ produzierten „Wegwerfkunst“, wie sie sagten, in Mappen oder in schmalen Zeitungen.

Freyend malte im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Porträts seines Freundes. Eines von 2017 übergab er der Stadt Vechta anlässlich des Ankaufs seiner Malerbücher mit den Briefen Brinkmanns. Ein weiteres von 2011 kommt jetzt nach Vechta, nachdem dieses Jahr bereits Freyends Gemälde „Das grüne Hemd von Brinkmann“ erworben wurde. „Brinkmanns intensive Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Graphik und Malerei ist noch gänzlich unerschlossen. Das lag auch daran, dass die Bilder und Vorlagen bisher unbekannt waren“, sagte Prof. Fauser.