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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Auszeichnung: Schwester Regina Ehrenbürgerin

14.03.2018

Vechta Der Rat der Stadt Vechta hat in seiner Sitzung am 12. März beschlossen, der Ordensschwester Regina Kuhlmann (85) das „Ehrenbürgerrecht der Stadt Vechta“ zu verleihen. Kuhlmann gehört seit mehr als 50 Jahren dem Orden der „Heilig Kreuz Schwestern“ mit Hauptsitz in der Schweiz an. Sie ist ununterbrochen in der Entwicklungshilfe in Afrika tätig. Vechta ist ihre Heimatstadt, und die gebürtige Oytherin steht beispielhaft für die tiefe Verbundenheit zwischen Kirche und Bevölkerung in unserer Region.

Schwester Regina ist in Sambia zur großen Hoffnung vieler hilfsbedürftiger Kinder geworden. Dank ihres Engagements bekommen Mädchen und Jungen in dem armen afrikanischen Staat die Chance auf eine bessere Zukunft.

Den Kontakt zur Heimat hat Regina Kuhlmann, deren Elternhaus am Rande des Stoppelmarkts steht, nie abreißen lassen. In regelmäßigen Abständen besucht sie ihre Familie und viele Spender in und um Vechta, die ihre Arbeit unterstützen.

Schwester Regina hat in den vergangenen Jahren im Nordwesten Sambias beim Aufbau einer Schule ihres Ordens mitgewirkt. In Mongu im Westen des Landes und in der Hauptstadt Lusaka unterstützt sie mit dem Poverello-Projekt seit Jahren Waisenkinder. Den Großteil ihrer Zeit arbeitet Schwester Regina aber in Chalala nahe Lusaka. Dort hat sie seit 2008 den Aufbau einer komplett neuen Schule samt Kita realisiert.

Ihre herausragenden Leistungen sind ganz besonders wichtig, da in Sambia nur 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Sekundarschule abschließen. Die Gründe dafür sind unter anderem die hohen Schulgebühren und zu wenig Schulplätze. Kinderarbeit und die Verantwortung in der Familie spielen dabei auch eine Rolle.

Ein großes Problem ist zudem die sehr hohe HIV-Infektionsrate. Schwester Regina arbeitet unermüdlich daran, die Bedingungen zu verbessern. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, dass Aidswaisen eine Schule besuchen können, denn, so ihr Credo „Wer keine Bildung hat, kommt nicht weiter“. Seit 1954 lebt und hilft sie auf dem ärmsten Kontinent der Erde. Sie ist damit für die heutige Generation und nachfolgende Generationen ein Vorbild für soziales Engagement, Menschlichkeit und Opferbereitschaft.

In den 50 Jahren Tätigkeit in Afrika hat sie ihre Kontakte in ihre „alte“ Heimat Oythe intensiv und damit ihren Bezug zu Vechta aktiv weitergelebt: Viele Bürgerinnen und Bürger aus Vechta unterstützen ihre Aktionen in Afrika aktiv ebenfalls seit vielen Jahrzehnten. Zudem wird sie von der Aktion „Sportler gegen Hunger“ sowie der Vechtaer Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt unterstützt.

Schwester Regina lässt es sich auch nicht nehmen, ihre Heimatstadt und somit auch ihre Verwandten in Vechta regelmäßig für längere Zeit zu besuchen, auch um damit ihre Beziehung zu Vechta und den Menschen hier nicht zu verlieren.

Die Stadt Vechta würdigt die vorbildliche, aufopferungsvolle und selbstlose Arbeit von Schwester Regina sowie ihre Verdienste in der Armutsbekämpfung durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechts.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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