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Bildung In Sommerferien in die Schule

Vechta - Morgens um 9 Uhr in der Ludgerusschule: Viele Schüler betreten gut gelaunt die kirchliche Oberschule. Unter dem Arm oder auf dem Rücken ihre Tasche. Dabei laufen die Ferien doch noch. Im Obergeschoss finden sie sich schließlich aufgeteilt in vier Klassenzimmern wieder. 25 Mädchen und Jungen der Klassen 5 bis 9. Sie nehmen teil an einer richtigen Sommerschule, die Schulleiter Clemens Feldhaus zum ersten Mal in dieser Form organisiert hat. Es ist das einzige Angebot dieser Art in Vechta. Auf dem Stundenplan: Mathematik, Deutsch und Englisch. Zwei Wochen lang Montags bis Freitags von 9 bis 12.30 Uhr. Finanziert wird die Maßnahme durch die Bürgerstiftung Vechta.

Seine Schulsozialarbeiterin Anja Lübbehusen habe inhaltlich viel vorbereitet, sagt Feldhaus. Fünf erfahrene Lehrkräfte, die an seiner Schule schon als Honorar- oder Vertretungskräfte eingesetzt waren, übernehmen den Unterricht.

Idee aus der Not geboren

Die Idee sei ein wenig aus der Not geboren worden, erklärt er. Bedingt durch die Schulausfälle in Coronazeiten gebe es bei vielen Schülern Stoff nachzuholen. Die Kinder und ihre Eltern seien gezielt angesprochen worden. Die Erkenntnis, dass es sich lohnen würde, an der Sommerschule teilzunehmen, sei bei den meisten schnell da gewesen, meint der Schulleiter.

Gerrit Grote unterrichtet am ersten Tag drei Jungs im Fach Deutsch. Dennis, Florian und Timo. Mit einem Aufwärmspiel und einem kleinen Ball, den er ihnen zuwirft, animiert er sie dazu, ihre Erwartungen für die nächsten zwei Wochen zu beschreiben. Klar, sie wollen was lernen. Aber auch ein wenig Spaß haben. Verständlich. Schließlich opfern sie dafür einen Teil ihrer Ferien.

Sie sollen beides bekommen. Auf dem Lehrplan stehen Begriffe wie Textverständnis, Rechtschreiben, Leseverständnis, Wortschatz erweitern und das Lernen der Zeitformen. Nebenan unterrichtet seine Kollegin Tanja Nitschke-Wingen ebenfalls fünf Kinder in Deutsch. Nach einer Pause steht Mathematik auf dem Stundenplan, dann Englisch. Jeden Tag, immer drei Fächer in jeweils 60 Minuten-Einheiten. Und dazwischen genug Zeit zum Toben.

Bürgerstiftung hilft

Ermöglicht wird die Maßnahme, die nicht über den Schuletat abgerechnet werden kann, durch die Bürgerstiftung Vechta. Sie hatte auch in Zeiten der Schulschließung die Initiative ergriffen und das Projekt angestoßen. Mit 2000 Euro übernimmt sie jetzt die Personalkosten. Für die Schüler ist das Angebot kostenlos.

„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, junge Menschen zu fördern,“ sagt Josef Kleier, Geschäftsführer der Bürgerstiftung. Er freue sich sehr über die Chance für Schüler, Defizite, die in der Coronazeit entstanden sind, aufzuholen.

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