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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Viele Fortschritte, aber der Durchbruch fehlt

06.12.2018

Vechta Welche Anstrengungen hat das Oldenburger Münsterland in den eineinhalb Jahren nach Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung und dem Düngegesetz im Juni 2017 unternommen? Und welche Lösungsansätze braucht es, um die Nährstoffüberschüsse im Oldenburger Münsterland zu bewältigen? Zu diesen Fragen haben Experten vor rund 200 Gästen bei „Sextro“ in Vechta eine Zwischenbilanz gezogen. Dazu hatten das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) und der Kreislandvolkverband Vechta eingeladen.

AEF-Vorsitzender Uwe Bartels lobte die zahlreichen Anstrengungen der Branche zur Bewältigung der Nährstoffüberschüsse. Dazu zählte auch der mit allen Akteuren erarbeitete Masterplan des AEF für eine nachhaltige Nährstoffkreislaufwirtschaft in Niedersachsen. Positiv bewertete er zudem die Aktivitäten zum Beispiel der Futtermittelbranche, die Produkte zur Reduktion von Nährstoffen entwickelt haben. Lobenswert, so Bartels, seien auch die Bemühungen der Landwirte und der Lohnunternehmen, die eigeninitiativ Lösungen erarbeitet und umgesetzt haben. „Dennoch, es fehlt der Durchbruch. Es sind noch weitere Anstrengungen aller Akteure nötig“, sagte Bartels.

Heinz-Hermann Wilkens, Experte für Düngerecht und Nährstoffkreislaufwirtschaft von der Düngebehörde, präsentierte Zahlen zur Nährstoffsituation. So liegen die Wirtschaftsdüngerexporte aus der Region Weser-Ems mit insgesamt drei Millionen Tonnen auf dem Höchststand. Trotz hoher Verbringungen zählen Vechta und Cloppenburg zu den sieben niedersächsischen Landkreisen mit zu hohen Phosphatwerten. Als grundlegende Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffe nannte er eine effektivere nährstoffreduzierte Fütterung und eine Reduzierung der Tierbestände.

Den aktuellen Stand technischer Verfahren zur Aufbereitung von Gülle und Gärresten stellte Hans-Jürgen Technow von der Landwirtschaftskammer vor. Zurzeit stünden verschiedene Verfahren bis hin zur Vollaufbereitung zur Verfügung.

Der stellvertretende DBU-Generalsekretär, Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellte den güllelosen Stall als eine Lösung vor: Harn und Kot werden schon im Stall getrennt, so dass es kein Ammoniak entsteht.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass neben den bereits vorhandenen Lösungen noch weitere zahlreiche Anstrengungen nötig sind. Es bleibe abzuwarten, so der Vertreter des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Dr. Stefan Dreesmann, welche Auswirkungen die Maßnahmen, die die neue Düngegesetzgebung vorgibt, am Ende haben werden. Er verwies auf den nächsten Nährstoffbericht.

Dr. Renate Thole vom niedersächsischen Umweltministerium kritisierte die fehlenden Fortschritte beim Grundwasserschutz, und der Lohnunternehmer und Geschäftsführer der Nährstoffverwertung Oldenburger Münsterland GmbH, Ludger Feldhaus, befürchtet im Hinblick auf die neue Gesetzgebung einen drastischen Strukturwandel der gesamten Wertschöpfungskette.

Peter Linkert
Redaktionsleitung Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2800

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