Vechta - Morgen ist „Equal Pay Day“. Am Tag der gleichen Bezahlung soll ins Gedächtnis gerufen werden, dass Frauen noch immer im Schnitt gut 20 Prozent weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen. Was kann man tun?
Auf diese Frage hat Diana Diephaus, Beauftragte fürs Oldenburger Münsterland des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft aus Vechta einige Tipps. Zunächst einmal sollten Arbeitgeber für mehr Transparenz sorgen und Gehälter auf Nachfrage offen legen. Nicht umsonst gebe es seit dem vergangenen Jahr das Entgelttransparenzgesetz, so Diephaus: „Außerdem denke ich, dass Frauen ruhig selbstbewusster in die Gehaltsverhandlung gehen sollten. Viele verkaufen sich unter Wert.“
Darüber hinaus empfiehlt sie aus Erfahrung, gelegentlich seinen Marktwert zu überprüfen. Man solle sich „diskret“ um einen anderen Job bemühen, um zu sehen, wie viel mehr man dort verdienen könnte. „Was Teilzeitjobs angeht, so habe ich kürzlich eine Studie gelesen, die besagt, dass Teilzeitkräfte oftmals effektiver arbeiten als Vollzeit-Beschäftigte.“ Ein weiterer notwendiger Schritt sei die Entgeltgleichheit in Tarifverträgen. Außerdem müssten mehr Frauen in den Tarifkommissionen sitzen.
Gut gefallen habe ihr das Frauenfrühstück der katholische Frauengemeinschaft Deutschland vor kurzem in Visbek. „Dort haben wir das Thema ,Equal pay day’ ebenfalls beleuchtet. Positiv wurde dort bewertet, dass immer mehr Väter Erziehungszeit in Anspruch nehmen. Zudem wurde darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoll sei, wenn zum Beispiel beide Partner in Teilzeit, also etwa 30 Stunden, arbeiten würden. Ich war so positiv überrascht und beeindruckt, dass ich flugs kfd-Mitglied geworden bin“, so die Oldenburger-Münsterland-Beauftragte des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft.
