VECHTA - Eine 471 Jahre alte Till-Eulenspiegel-Ausgabe hat der emeritierte Historiker Prof. Bernd Ulrich Hucker in einer fränkischen Papiermühle gefunden. Hucker arbeitet und publiziert an der Universität Vechta, Abteilung für Kulturgeschichte und vergleichende Landesforschung, über den niederdeutschen Schalk. Der bislang unveröffentlichte Pergamentkodex enthält ein kleines Buch mit dem Titel „Eyn wunderbarliche und seltzame History von Dyll Vlenspiegel“, Augsburg 1540. Der stark zerlesene Druck wurde 1550 von einem Humanisten hinter drei anderen Schriften geradezu versteckt, heißt es in einer Mitteilung der Universitätspressestelle. Schlägt man den Holzdeckel des Bandes auf, stößt der Betrachter zunächst auf eine medizinische Schrift. Dann folgen 100 mit Holzschnitten verzierte Geschichten. Auf dem Titel ist der Knabe Till auf einem Pferd abgebildet, wie er sein nacktes Hinterteil zeigt. An einem Baum rechts sieht man ein Wappen: Eule und Spiegel. Der künftige Verbleib des Buches steht laut Hucker noch nicht fest.