VECHTA - Für die heimischen Unternehmer und Landwirte sind Entscheidungen auf europäischer Ebene schon heute höchst bedeutsam. „Und der Einfluss von Brüssel nimmt in Zukunft noch zu“, kündigte Cloppenburgs Landrat Hans Eveslage (CDU) an. Der „OM“-Vizepräsident begründete mit diesem Hinweis die Dringlichkeit, sich mit Europapolitik auseinanderzusetzen.

Diesem Ziel dienen die „Oldenburger Gespräche“, eine Reihe, die der Verbund vor zwei Jahren mit einem Besuch in Brüssel angestoßen hat. Nach dem Besuch von EU-Kommissar Günther Oettinger am Freitag, 16. September, im Oldenburger Münsterland soll die Gesprächsreihe mit einem zweiten Besuch in Brüssel, bei dem Fragen der Energiepolitik auf Fachebene vertieft werden, fortgesetzt werden, kündigte OM-Geschäftsführer Rudi Hockmann an.

Oettingers Ausführungen in der Aula der Universität Vechta riefen ein lebhaftes Echo hervor. Nicht nur das Thema Energiepolitik bot zündenden Gesprächsstoff. Die Kreislandwirte aus Cloppenburg und Vechta, Hubertus Berges und Norbert Meyer, etwa griffen die Probleme der Gülle-Verwertung in Biogasanlagen und beabsichtigte Flächenstilllegungen auf. Hilfreich waren Oettingers Erklärungen, wie es zu diesen Plänen kommt. Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen IHK, wies auf die Probleme energieintensiver Unternehmen hin. Oettinger spielte den Ball zurück: Steuern machten in Deutschland knapp die Hälfte des Strompreises aus. Es sei die Bundesrepublik selbst, die helfen könne.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)