VECHTA - VECHTA/KAB - Mit einem akademischen Festakt wird heute ab 17 Uhr in der kleinen Aula der Hochschule Vechta der Universitätsprofessor Dr. Joachim Kuropka verabschiedet. Dazu werden nach der Begrüßung durch Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Marianne Assenmacher der Landrat des Landkreises Vechta, Albert Focke, Prof. Dr. Franz Bölsker als Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Bischöflich Münsterschen Offizialat Vechta und Heinrich Havermann, Geschäftsführer des Heimatbundes Oldenburger Münsterland, Grußworte sprechen, ehe Kuropka seine Abschiedsvorlesung hält.

Anschließend werden Dr. Michael Hirschfeld und Dr. Maria Anna Zumholz, die beide bei Kuropka promovierten, ihm die Festschrift „Oldenburger Priester unter NS-Terror 1932-1945, die sie zum 65. Geburtstag Kuropkas am 20. September 2006 herausgegeben haben, überreichen. Die Laudatio hält Prof. Dr. Hermann von Laer.

„Joachim Kuropka ist in den vergangenen Jahrzehnten über das Oldenburger Münsterland hinaus an der Schnittstelle zwischen Oldenburg und Münster, zwischen Niedersachsen und Westfalen, zu einem wichtigen Vertreter der Landes- und Regionalgeschichte geworden“, heißt es in der Festschrift. 1941 in Namslau (Niederschlesien) geboren, studierte er in Münster Geschichte, Germanistik und Politik für das Lehramt an Gymnasien. An der Westfälischen Wilhelms-Universität schloss er 1976 seine Dissertation über die innere Lage Deutschlands und die britische Beeinflussungsstrategie in der Entscheidungsphase des Ersten Weltkrieges ab.

Nach der Promotion trat er eine Stelle als Akademischer Rat an der damaligen Abteilung Vechta der Universität Osnabrück (seit 1995 Hochschule Vechta) an, wo er unter anderem den demokratischen Neubeginn im Landkreis Vechta 1945 erforschte, woraus ein Ansatz entstand, der die Initialzündung für eine Fülle von Beiträgen, Büchern und Vorträgen bis in die Gegenwart hinein bot.

Acht Promotionen wurden bei dem 1982 zum Professor ernannten Wissenschaftler abgeschlossen, der unter anderem in die Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen berufen wurde. Für seine Verdienste wurde er 1989 mit der Landschaftsmedaille der Oldenburgischen Landschaft geehrt. Große Aufmerksamkeit erregte sein Ausstellungsprojekt über Bischof Clemens August Graf von Galen und dessen Standhaftigkeit gegenüber den Nationalsozialisten. „Herr Dr. Kuropka war 24 Jahre als Professor an der Hochschule tätig und hat ihr Bild durch seine auch international anerkannte Forschung maßgeblich geprägt“, sagte Hochschulpräsidentin Assenmacher gegenüber der NWZ . Er habe sich stets an „vorderster Front“ für die Interessen der Hochschule eingesetzt, unter anderem als Dekan und Senatsmitglied.