VECHTA - VECHTA - Die Tragödie liegt fast genau 30 Jahre zurück. Doch vielen Vechtaern ist der Absturz eines 13 Tonnen schweren belgischen Kampfflugzeuges vom Typ „Mirage“ am Freitag, 2. Mai, 1975 in das Wohngebiet Drosselstraße/Oyther Straße noch immer eine bedrückende Erinnerung. Bei der Katastrophe starben zehn Menschen. Zahlreiche andere erlitten Verbrennungen, und weitere schwere oder leichte Verletzungen. Experten schätzten den Sachschaden auf zwei Millionen DM. Mehr als 200 Rettungskräfte gingen bei den Bergungsarbeiten bis an die Grenzen ihrer Leistungskraft.
Am Unglückstag um 15.07 Uhr, so der Einsatzbericht der Feuerwehr, hatte der Pilot der aus Südwesten herannahenden Maschine noch bis zuletzt versucht, seinen Jet über das Wohngebiet hinwegzuziehen. Das Manöver misslang.
Das abstürzende Flugzeug zerstörte die Häuser Stuntebeck sowie Wienken. Beim Aufschlag wurde es in zahllose Einzelteile zerrissen. Trümmer richteten im weiten Umkreis zum Teil großen Schaden an. Das Triebwerk bohrte sich in ein Mehrfamilienhaus. Auch der Pilot Pierre van der Zwalmen (26) kam um. Er hatte vergeblich versucht, sich mit dem Schleudersitz zu retten.
Als Angehöriger der von der „Kripo“ Oldenburg eingesetzten Sonderkommission war Karl-Heinz Heidemann vor Ort. Er identifizierte die Toten, darunter bei einer Geburtstagsfeier erstickte Kinder. Eine Krankenschwester und ein Arzt halfen. „Der Auftrag, mich um die zivilen Toten zu kümmern, war eins meiner einschneidensten dienstlichen Erlebnisse. Ich weiß noch genau die Uhrzeit. Es hat leicht geregnet,“ so Heidemann.
Auch sein Kollege Knut Langnickel hat die Katastrophe nicht vergessen. Er fuhr damals zufällig mit seinem Ford Taunus auf die Unglücksstelle zu. Durch die Wucht der Detonation wurde der PKWn zur Seite gedrückt. Später, beim Dienst auf der Wache wunderte sich Langnickel, wie das Unglück so schnell weltweit bekannt wurde.
Die Betroffenheit und die Hilfe von allen Seiten waren groß. Der damalige Offizial, Weihbischof Dr. Max Georg Frhr. von Twickel, drückte den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus. Der Offizial sowie der damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Hans Lemp, Vertreter des Kreises und der Stadt eilten zur Unglücksstelle. Lemp forderte vom Bundesverteidigungsminister die Einstellung der Tiefflüge über Vechta.
