VECHTA - Papst Benedikt XVI. hat kürzlich während einer Mittwochsaudienz in Rom die jüngste kirchenrechtliche Studie über den „weltweit im Ämtergefüge der katholischen Kirche einzigartigen Sonderfall“ des Bischöflich Münsterschen Offizials (BMO) in Vechta entgegen genommen. Auf Vermittlung von Weihbischof Heinrich Timmerevers konnte der Autor, Offizialatsrat Christian Gerdes, dem Kirchenoberhaupt sein im Verlag Aschendorff (Münster) erschienenes Buch mit dem Titel „Der Bischöflich Münstersche Offizial in Vechta – ein kirchliches Amt sui generis“ (lateinisch: eigener Art) persönlich überreichen. Dabei ergab sich auch die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch.

Der Heilige Vater, der einst als junger Professor an der Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität (Münster) gelehrt hat, zeigte sich gut informiert über die staatskirchenrechtlichen Besonderheiten des Offizialatsbezirks. Derzeit leben dort etwa 265 000 Katholiken mit dem „BMO“ als kirchlicher Leitungsbehörde an der Spitze.

Seit 1831 übt der Vechtaer Offizial, obwohl er selbst kein Diözesanbischof ist, im früher oldenburgischen und inzwischen niedersächsischen Teil des Bistums Münster „ordentliche und eigenberechtigte Amtsgewalt“ aus. Dieses Leitungsamt hat über den kirchlichen Rahmen hinaus eine außergewöhnliche Prägekraft für die regionale Identität des Oldenburger Landes zwischen Nordsee und Dammer Bergen entwickelt.