VECHTA - Der Frühjahrsempfang der Stadt und der Universität Vechta ging am Freitag in die zweite Runde. Mit gleich zwei Neuerungen konnte der diesjährige Gastgeber Bürgermeister Helmut Gels (CDU) im Foyer des Rathauses punkten. Zum einen gab es einen Kurzvortrag über „Altersmanagement im Betrieb“ von Prof. Frerich Frerichs, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Uni Vechta, und erstmalig verlieh die Stadt den Preis „Fokus Vechta“ für besondere Leistungen der Universität und ihrer Institute, die ihren Blick auf das Gemeinwesen Vechta richten.

Besonders der Kurzvortrag des anerkannten Gerontologen lockte die zahlreichen Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kirche sowie aus dem öffentlichen und akademischen Leben. Der demografische Wandel mache auch vor dem Oldenburger Münsterland mit seinen guten Geburtenzahlen nicht halt. Auch hier würden die Beschäftigten in den Betrieben älter. Dabei gelte für Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen, sich den verändernden Strukturen anzupassen. Dabei widerlegte der Wissenschaftler die Aussage der abfallenden Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter. „Vielmehr muss von einem sukzessiven, altersbezogenen Leistungswandel gesprochen werden“, so Frerichs. Abnehmender Muskelkraft stehe steigender kognitiver Leistungsfähigkeit gegenüber. Präventiv riet er zur vorausschauenden Vermeidung von Leistungsdefiziten und Nutzung von Leistungspotenzialen in späteren Lebensjahren. Korrektive Gestaltungs- und Bildungsmaßnahmen könnten bereits eingetretene Defizite älterer Arbeitnehmer in Hinblick auf fachliches Wissen, Motivation und Gesundheit ausgleichen.

Der Preis „Fokus Vechta 2012“ ging an Prof. Wolfgang Mechsner für das Kulturprojekt „Zeit für Musik“. Die Reihe existiere seit 1985 und sei aus Sicht der Jury ein herausragendes Zeichen für Kontinuität in der Kooperation zwischen Universität und Stadt, begründete Gels.

Seit mehr als 25 Jahren werden mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt und einen starken Einsatz von Mechsner pro Jahr rund fünf Konzerte veranstaltet. „In diesen Jahren hat sich ,Zeit für Musik’ zu einer echten Marke entwickelt“, sagte Gels. Die Präsidentin der Universität Vechta, Prof. Dr. Marianne Assenmacher nutzte die Gelegenheit, um Veränderungen in der Uni und deren Angebot vorzustellen: „Schon die familiäre Atmosphäre in der Universität ist ein Alleinstellungsmerkmal.“ Dass sich die Studierenden in der Uni und der Stadt wohlfühlen, sei ein Verdienst aller Vechtaer.