Vechta - Nach eineinhalb Jahren Verhandlung haben sich die Kommunen der Landkreise Cloppenburg und Vechta mit der Katholischen Kirche als größtem Träger von Kindertagesstätten in Südoldenburg auf eine Ergänzung zu einem bestehenden Rahmenvertrag geeinigt. Diese zusätzliche Vereinbarung beinhaltet im Kern die Übernahme der laufenden Kosten im Schlüssel 85 (Kommune) zu 15 (Kirche) statt vorher überwiegend 90/10. Darüber hinaus regelt sie die Finanzierung der Zweitkräfte-Erzieher(in) und ermöglicht eine deutliche Vereinheitlichung in der Verwaltungsstruktur und im Abrechnungswesen.

Ausgearbeitet haben die Ergänzungsvereinbarung Vechtas Erste Stadträtin Sandra Sollmann, Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck, Bösels Bürgermeister Hermann Block und Michael gr. Hackmann, Finanzdirektor des Bischöflich Münsterschen Offizialates. Sie betrifft 89 katholische Kindertagesstätten. Rund 8000 Kinder werden hier von etwa 1200 Erzieherinnen, Sozialassistentinnen und Heilpädagoginnen betreut.

Um dieses Ergebnis zu würdigen, hatte Weihbischof Wilfried Theising alle Bürgermeister und die Vertreter der beiden Landkreise nach Vechta eingeladen. Er freue sich über das „vertrauensvolle Verhältnis“ zwischen den Kommunen und dem Offizialat. Es sei gut, wenn Kommunen Aufgaben wie die Kindertagesstätten freien und privaten Trägern übertragen. Das stärke das Verantwortungsgefühl in der Gesellschaft. Die Suche nach ausreichend pädagogischem Personal sei in der kinderreichsten Region durchaus eine Herausforderung, der man sich aber mit der BBS Marienhain als Ausbildungsstätte stelle, so der Weihbischof. Hier wolle die Kirche ihr Engagement weiter verstärken.

Sie freue sich sehr über die Einigung, sagte auch Sandra Sollmann. „Ich glaube, dass es ein ausgewogenes Ergebnis ist, und ich freue mich, dass wir es gemeinsam schaffen, den Kitaausbau weiter voranzutreiben. Denn wir haben in der letzten Zeit gesehen, dass hier durchaus Bedarfe bestehen, weil immer mehr Eltern die Kita immer früher in Anspruch nehmen und wir einen guten Zuzug in die Region haben. Hier müssen wir alle an einem Strang ziehen, um auf gute stabile Partnerschaften bauen zu können.“

Die Verhandlungen seien lang und intensiv und eine Einigung nur möglich gewesen, weil sich alle Parteien sehr transparent und offen gezeigt hätten, betonte Tobias Averbeck. „Ich bin fest davon überzeugt, dass jetzt eine verlässliche Grundlage gefunden wurde, um dauerhaft zusammenzuarbeiten.“

Die Einigung öffne auch Türen für künftige Trägerschaften, da das Verhandlungsergebnis auch für neue Gruppen gelte, sagte Hermann Block. Da in vielen Kommunen in den nächsten Jahren weitere Kindertagesstätten entstehen würden, sei die Kirche ein interessanter Partner.

„Die Verhandlungen waren auf jeder Ebene sehr wertschätzend“, bestätigte gr. Hackmann. Er freue sich vor allem über die Vereinfachung der Verwaltung.