VECHTA - Vor den offiziellen Empfang im Rathaus-Foyer hatte das Protokoll einen Schritt zurück in die „Pennälertage“ gesetzt. Als der Medizin-Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen (73) mit dem Mathematiker und derzeit jüngsten Leibniz-Preisträger Prof. Burkhard Wilking (38) am Freitag, 17. April, in Vechta eintrafen, war das Gymnasium Antonianum die erste Anlaufstelle. Begleitet von Oberstudiendirektor Peter Rörsch und seinem Vorgänger Oberstudiendirektor Wolfgang Zapfe, der sich spontan an Wilkings Abiturprüfung erinnerte, besuchten sie „ihre alte Schule“.
Ab 18 Uhr erwarteten etwa 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und öffentlichem Leben, darunter die beiden Ehrenbürger Franz Hellbernd und Norbert Ostendorf, die hoch dekorierten Wissenschaftler und Forscher zu einem Empfang im Zeichen des Stadtwappens. Bürgermeister Uwe Bartels (Pro Vechta) nannte die Auszeichnungen für zur Hausen und Wilking, die bei Heidelberg beziehungsweise in Münster leben, „auch eine Auszeichnung für den Bildungsstandort Vechta, der auf eine 300-jährige Tradition gründe“. Er gratulierte im Namen Vechtas und seiner Bürger zu den „überragenden Würdigungen und Ehrungen für außerordentliche Leistungen“ in den jeweiligen Fachgebieten. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte er zur Hausen und Wilking je eine von dem Künstler Uwe Oswald (Goldenstedt) geschaffene Granitskulptur. Die Unikate tragen den Titel „Der Denker!“
In ihrem Dank zeigten sich die Geehrten einig: Der Mediziner zur Hausen unterstrich „seine große Freude, wieder in Vechta zu sein“. Die Zeit in der Stadt, wohin er bis 1976 regelmäßig zurückkehrte, nannte er eine „prägende Lebensphase“. Wilking verwies darauf, dass er schon „wegen seiner Familie und der noch hier lebenden Freunde immer gerne nach Vechta“ komme. Überdies nutzte er die Gelegenheit, zu einem „Versuch, Südoldenburgern zu erklären, was ein Mathematiker so treibt.“
Burkhard Wilking:
Geburtsort:
Vechta, 30. November 1970Abitur:
Mai 1990 am Gymnasium Antonianum VechtaForschung:
Riemannsche Geometrie, metrische Geometrie, geometrische EvolutionsgleichungenAuszeichnungen:
u.a. Forschungspreis der Universität Münster (2006), Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis (2009)Harald z. Hausen:
