Vechta - Die Suchtprävention ist der Schwerpunkt der Suchtberatungsstelle im Landkreis Vechta. Die Beratungsstelle gehört zum Sozialdienst katholischer Männer, ist im Haus der Caritas am Neuen Markt in Vechta untergebracht und hat sich 2016 durch einen neuen Vertrag mit dem Landkreis Vechta neu aufgestellt. Prävention wurde hier schon immer betrieben, im Jahr 2017 wurde dies aber zum Schwerpunkt der Arbeit. Fast alle Schulen im Landkreis unterstützen die Präventionsarbeit, vornehmlich in den Klassen acht und neun.
Die Diplomsozialpädagoginnen Claudia Telsemeyer, Katrin Siemer-Thole und Bettina Albrecht, Leiterin der Suchtberatungsstelle, zogen jetzt ein Fazit ihrer Arbeit und stellten fest, dass sich immer mehr Schulen melden, um das Angebot der Suchtprävention in ihre Stundenpläne einbauen und die Mitarbeiterinnen der Suchtberatungsstelle einladen.
Alkohol und Cannabis stehen bei den Beraterinnen bei ihrer Aufklärungsarbeit im Vordergrund. Sie gehen in die Schulen und klären meistens ohne Lehrkräfte umfassend auf. Sie verweisen auf ihre Schweigepflicht, schaffen eine Vertrauensbasis zu den Schülerinnen und Schüler. Sie hören viel und geben wichtige Hinweise. An einigen Schulen gibt es Aktionstage zu dem Thema Sucht und Ernährung, hier sind die Mitarbeiterinnen besonders gefragt. Sie klären auch über das Jugendschutzgesetz und Fragen zur Erlangung eines Führerscheins nach Drogenkonsum auf.
Für sie ist die Suchtprävention auch eigenständiger Bereich der Gesundheitsförderung. Im Mittelpunkt steht vor allem die Stärkung derjenigen Faktoren, die vor Missbrauch und Sucht schützen, zum Beispiel Selbstvertrauen, Stressbewältigung, Konfliktfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit oder Wissen. Suchtprävention bedeutet für sie auch das Entwickeln von Risikokompetenzen, das heißt, einen kompetenten Umgang mit Suchtstoffen zu erlernen sowie die Früherkennung und Frühintervention bei riskantem Konsumverhalten.
Festgestellt haben die Helferinnen, dass die Schülerinnen und Schüler der Klassen acht und neun fast überhaupt nicht mehr rauchen, dass der Alkoholgenuss in der Regel erst in der Klasse neun eine Rolle spielt, oft nach dem Besuch der Tanzstunden, wenn das Ausgehen zunimmt. Dabei spielt Bier kaum eine Rolle bei den Jugendlichen. Es werden vornehmlich Mixgetränke konsumiert, die wiederum haben einen größeren Alkoholanteil.
Die Suchtberatungsstelle in Vechta bietet Betroffenen, Ratsuchenden in einer offenen Sprechstunde schnelle und unkomplizierte Hilfe an. Alles untersteht der Schweigepflicht. Diese Sprechstunde, wird auch am Montag in den Abendstunden von 17 bis 19 Uhr angeboten.
